Neujahrsansprache von Frankreichs Präsidenten Macron | Bildquelle: MICHEL EULER/POOL/EPA-EFE/REX

Macrons Neujahransprache "Wir können und müssen es besser machen"

Stand: 04.03.2019 21:51 Uhr

In seiner Neujahrsansprache hat Frankreichs Präsident Macron um Verständnis für seine Reformen geworben. Er rief die Franzosen zur Geschlossenheit auf, mahnte sie aber auch zu Realismus.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Bürger seines Landes nach den Massenprotesten der "Gelbwesten" zur Geschlossenheit aufgerufen. Nötig seien eine Rückbesinnung "auf den Zusammenhalt und Anstrengungen eines jeden einzelnen", sagte Macron in seiner Neujahrsansprache. "Wir können es besser machen und wir müssen es besser machen." 

Franzosen sollen Geduld beweisen

Zugleich warnte er die Franzosen davor, die Augen "vor der Realität" zu verschließen: Reformergebnisse könnten nicht unmittelbar zu spüren sein und er teile die Ungeduld der Bürger. Doch das könne nicht bedeuten, auf diese zu verzichten: "Wir können nicht weniger arbeiten und mehr verdienen, Steuern senken und die Ausgaben erhöhen, nichts an unseren Gewohnheiten ändern und zugleich eine reinere Luft atmen."

Das neue Jahr 2019 sei ein entscheidendes für ihn. Nichts sei auf Lügen aufgebaut, betonte Macron. Er appellierte gleichzeitig an die Bürger, ihr Vertrauen und ihre Hoffnung zu bewahren: "Hoffnung in uns selbst als Volk, in unserer gemeinsamen Zukunft, in unserem europäischen Traum."

Verständnis und Kritik für "Gelbwesten"

Die Wut der "Gelbwesten" zeige, dass "wir nicht resigniert haben", sagte der Präsident mit Blick auf die seit Wochen anhaltenden Proteste. Zugleich verurteilte er die Gewalt bei den Demonstrationen. Einige gäben vor, "im Namen des Volkes zu sprechen (...) und seien dabei nur "das Sprachrohr einer hasserfüllten Menge", sagte Macron. 

Protestierende "Gelbwesten" in Paris | Bildquelle: IAN LANGSDON/EPA-EFE/REX
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Auch in Paris protestierten "Gelbwesten" erneut.

Neue Proteste an Silvester

Auch am letzten Tag des Jahres gingen wieder Tausende "Gelbwesten"-Demonstranten in Paris und anderen Städten auf die Straße. Landesweit waren 150.000 Polizisten im Einsatz, davon alleine 12.000 in Paris.

Die Bewegung der "Gelbwesten" hatte sich ursprünglich gegen hohe Spritpreise und die geplante Ökosteuer auf Diesel gerichtet. Später mischte sich in den Protest allgemeiner Unmut über Macrons Reformpolitik und die schwindende Kaufkraft. Die milliardenschweren Zugeständnisse der Regierung, die unter anderem mehr Geld für Mindestlohn-Bezieher und Entlastungen für Rentner und Arbeitnehmer vorsehen, weisen die Demonstranten als unzureichend zurück.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 31. Dezember 2018 um 07:25 Uhr.

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