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Corona-Mutante B.1.1.529 WHO hält Virusvariante für "besorgniserregend"

Stand: 26.11.2021 20:17 Uhr

Die Weltgesundheitsorganisation hat die neue Variante des Coronavirus als "besorgniserregend" eingestuft. Die zuerst in Südafrika entdeckte Virusvariante B.1.1.529 erhielt die Bezeichnung "Omikron".

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die zuerst in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante als "besorgniserregend" eingestuft. Der Erreger mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 "weist eine große Zahl von Mutationen auf", begründete das zuständige WHO-Expertengremium die Entscheidung. Vorläufige Hinweise deuteten auf ein erhöhtes Risiko einer erneuten Infektion mit dem Virus hin. Nach Angaben der WHO wird es jedoch noch Wochen dauern, bis klar wird, welche genauen Auswirkungen die Mutationen haben.

Die neue Virusvariante erhielt von der WHO die offizielle Bezeichnung Omikron - nach dem griechischen Buchstaben. Sie wurde nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation in Südafrika mittels einer genetischen Analyse eines Abstrichs entdeckt, der vom 9. November stammt. Mittlerweile steige offenbar die Zahl der Infektionen mit dieser Virusvariante in nahezu allen Provinzen Südafrikas. Die neue Virusvariante sei bislang weniger als 100 Mal genetisch sequenziert worden. Im Laufe des Tages war in Belgien der erste europäische Fall einer Infektion mit der Omikron-Variante nachgewiesen worden.

Fünfte besorgniserregende Variante

Bislang hatte die internationale Gesundheitsbehörde vier "besorgniserregende Varianten" ("variants of concern") identifiziert: Alpha, Beta, Gamma sowie die derzeit unter anderem in Deutschland dominierende Variante Delta, die wegen ihrer hohen Übertragbarkeit zur vierten Pandemie-Welle beigetragen hat. Zusätzlich sind zwei "Varianten unter Beobachtung" ("variants of interest") gelistet, die um den Jahreswechsel 2020/2021 in Südamerika aufgetreten waren.

Diese Klassifizierung als "besorgniserregend" ist laut WHO-Definition ein Signal, dass eine Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Außerdem besteht bei "besorgniserregenden Varianten" die Gefahr, dass herkömmliche Impfungen, Medikamente oder Corona-Maßnahmen weniger wirksam sind.

Die von vielen Staaten mittlerweile verhängten Reisebeschränkungen für das südliche Afrika sieht die Weltgesundheitsorganisation skeptisch. Wegen der neuen Variante sollten solche Maßnahmen nicht vorschnell verhängt werden, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier. Aus Sicht der WHO sollten Schäden für den internationalen Verkehr vermieden werden. Stattdessen sollte auf die genaue Beobachtung des Infektionsgeschehens und die Genanalyse von auftretenden Corona-Fällen gesetzt werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. November 2021 um 20:00 Uhr.