Am Eingang eines Visazentrums in Nowosibirsk werden Visa für europäische Staaten beworben. | picture alliance/dpa/TASS

Visavergabe Einreise für Russen wird schwieriger

Stand: 12.09.2022 07:27 Uhr

Von heute an können russische Staatsbürger nicht mehr so einfach in den Schengenraum einreisen. Der Aufwand und der Preis für ein Visum steigen. Allerdings soll es für einige Bürger Ausnahmen geben.

Von heute an profitieren russische Bürger nicht mehr von der erleichterten Visavergabe für Reisen nach Deutschland und in andere Staaten des Schengenraums. Das zwischen der EU und Russland 2007 geschlossene Abkommen zur Erleichterung der Visavergabe ist nach einem Beschluss der EU-Staaten von vergangener Woche für russische Staatsbürger nun komplett ausgesetzt.

Antragsgebühr steigt auf 80 Euro

Für russische Bürger wird es von nun an schwieriger, in den Schengenraum, zu dem 22 EU-Staaten sowie Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein gehören, einzureisen.

Die Antragsgebühr für ein Visum beträgt ab sofort 80 statt 35 Euro. Zudem sind mehr Formulare erforderlich, die Bearbeitungszeit wird länger und die Ausstellung von Visa für die mehrfache Einreise wird eingeschränkt.

EU-Kommission: Konsulate sollen strikt vorgehen

Die EU-Kommission gab den EU-Staaten am 9. September Leitlinien zur Visavergabe an die Hand. Sie gestand den Ländern einerseits einen "großen Ermessensspielraum" für eine Prüfung von Anträgen zu, andererseits stellte die Kommission klar, dass die Konsulate eine strikte Bewertung der Sicherheitsrisiken vornehmen sollen.

Dies könne auch dazu führen, dass die Ausstellung von Visa verweigert werde und bestehende gültige Visa aufgehoben werden.

EU weiter für einige offen

Die EU stehe zugleich weiterhin Antragstellern offen, "die aus dringenden Gründen reisen, insbesondere Familienangehörigen von EU-Bürgern, Journalisten, Dissidenten und Vertretern der Zivilgesellschaft". Für sie könnten die Mitgliedstaaten die Visumgebühr beispielsweise reduzieren oder komplett erlassen.

Bereits kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine am 24. Februar wurden die Einreise-Erleichterungen für Geschäftsleute, Regierungsvertreter und Diplomaten außer Kraft gesetzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. September 2022 um 07:00 Uhr.