Antony Blinken | AFP

Ukraine-Krise USA verlegen Botschaft von Kiew nach Lwiw

Stand: 14.02.2022 21:37 Uhr

Wegen der angespannten Situation in der Ukraine-Krise verlegen die USA ihre Botschaft von Kiew an die polnische Grenze. Dies sei nur eine Vorsichtsmaßnahme, sagte US-Außenminister Blinken.

Die USA verlegen die Geschäfte ihrer Botschaft in der Ukraine von der Hauptstadt Kiew nach Lwiw, nahe der polnischen Grenze. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme wegen der angespannten Situation, sagte US-Außenminister Antony Blinken. Die "Vorsichtsmaßnahmen" dienten der Sicherheit der Diplomaten und würden in keiner Weise die Unterstützung der Vereinigten Staaten für die Ukraine untergraben.

Ukraine: Lwiw (Lemberg)

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, sollen bereits alle US-Vertreter die Botschaft verlassen haben. Das Gebäude sei geschlossen, die US-Fahne eingeholt. Blinken sagte, die Diplomaten würden auch aus Lwiw, das rund 60 Kilometer von der polnischen Grenze im Westen der Ukraine liegt, weiter mit der ukrainischen Regierung zusammenarbeiten. Er rief erneut US-Staatsbürger in der Ukraine auf, das Land sofort zu verlassen. In Lwiw sollen für Notfälle noch konsularische Dienste angeboten werden.

Bereits am Wochenende hatte die US-Regierung erklärt, ihr Botschaftspersonal in der Ukraine auf ein Minimum zu reduzieren. Die Familien von Diplomaten waren schon Ende Januar angewiesen worden, die Botschaft in Kiew zu verlassen. Nicht unmittelbar benötigte Mitarbeiter durften das Land verlassen.

Pentagon: Russischer Angriff ohne Vorwarnung möglich

Nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums ist ein russischer Angriff jederzeit möglich. "Ich denke, dass wir alle darauf vorbereitet sein müssen, dass es mit wenig oder gar keiner Vorwarnung geschehen könnte", sagte Ministeriumssprecher John Kirby im US-Sender CNN. Putin habe über das Wochenende weiter Truppen im Grenzbereich zur Ukraine zusammengezogen, sagte Kirby. Die Zahl der russischen Soldaten liege inzwischen weit über 100.000.

Es gehe aber um mehr als diese Zahl. Putin verfüge über "ein beeindruckendes Arsenal an militärischen Fähigkeiten", sollte er sich für einen Angriff entscheiden, so Kirby.

Inzwischen seien US-Nationalgardisten aus der Ukraine abgezogen worden. Die USA hätten aber weiterhin "eine kleine militärische Präsenz" im Land, die mit der fortdauernden Anwesenheit von US-Diplomaten zusammenhänge. "Wir werden keine amerikanischen Truppen in die Ukraine schicken, um zu kämpfen", betonte Kirby. Russland müsse aber mit harten wirtschaftlichen Sanktionen rechnen. Die NATO stünde vereint in der Krise.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Februar 2022 um 23:59 Uhr.