Russische Soldaten auf dem amphibischen Schützenpanzer BMP-2 bewegen sich auf einer Straße bei Armjansk auf der Krim in Richtung ukrainisches Festland. | EPA

Angebot der Ukraine Keine Strafe und Geld für russische Soldaten?

Stand: 01.03.2022 16:52 Uhr

Die Ukraine hat russischen Soldaten, die sich ergeben, Geld und Straffreiheit angeboten. Sie bekämen umgerechnet etwa je 40.000 Euro. Nach Angaben Kiews wurden bisher mindestens 200 Soldaten gefangen genommen.

Die Ukraine hat russischen Soldaten Straffreiheit und Geld angeboten, wenn sie sich ergeben. "Trefft Eure Wahl. Kommt ohne Waffen und mit weißer Flagge heraus", schrieb Verteidigungsminister Olexij Resnikow in der Nacht bei Facebook. Geboten werden jedem Soldaten umgerechnet mehr als 40.000 Euro. Finanziert werde die Aktion von der internationalen IT-Industrie.

"Jeder, der sich weigert, ein Besatzer zu sein, bringt den Frieden näher. Für diejenigen, die den Weg des Besatzers wählen, wird es keine Gnade geben", sagte Resnikow. Ob sich ergebende Russen das Geld tatsächlich erhalten, war zunächst nicht zu überprüfen.

Kiew: 200 russische Soldaten gefangen genommen

Ukrainischen Angaben zufolge sollen bisher mindestens 200 russische Soldaten gefangen genommen worden sein. Verhörvideos nach zu urteilen, sollen sie geglaubt haben, an einem Manöver teilzunehmen - tatsächlich aber zum Kämpfen in die Ukraine geschickt worden sein.

Russland hatte am vergangenen Donnerstag ohne Kriegserklärung das Nachbarland angegriffen. UN-Angaben zufolge wurden bereits mehr als 100 Zivilisten getötet und mehr als 300 verletzt. Vor der Nacht zu heute hatte die russische Armee ukrainischen Angaben nach bereits mindestens 113 ballistische Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Moskau dementiert vehement, ukrainische Zivilisten anzugreifen.

Linke fordert Asyl für Deserteure

Unterdessen fordert die Bundestagsabgeordnete Clara Bünger (Linke), dass die Bundesregierung russischen Deserteuren Asyl in Deutschland anbietet. Außerdem solle sich die Regierung dafür einsetzen, dass ukrainischen Männern, die in ihrer Heimat nicht kämpfen wollten, die Ausreise gestattet werde, sagte die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion. "Kein Mensch darf zum Kriegsdienst gezwungen werden", fügte sie hinzu. Die ukrainischen Behörden hindern Männer im wehrfähigen Alter aktuell an der Ausreise. Bünger sagte, russische Soldaten und Wehrpflichtige, die sich weigerten, an dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine teilzunehmen, bräuchten Schutz.