Das russische Kriegsschiff "Moskwa" passiert im November 2014 den Bosporus | dpa

Kämpfe nahe Odessa "Versenkt" oder "schwer beschädigt"?

Stand: 14.04.2022 15:54 Uhr

Das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte soll von Raketen getroffen und laut dem ukrainischen Präsidentenberater Arestowytsch versenkt worden sein. Der Kreml spricht dagegen von "schweren Schäden" und einer seetüchtigen "Moskwa".

Ukrainische Truppen haben nach Angaben des Gouverneurs des Bezirks Odessa das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte mit zwei Raketen vom Typ Neptun getroffen. Dabei sei am Lenkwaffenkreuzer "Moskwa" (zu deutsch "Moskau") schwerer Schaden entstanden, sagte Gouverneur Maksym Martschenko.

Präsidentenberater Oleksij Arestowytsch erklärte, der Kreuzer sei gesunken. "Wo ist die 'Moskwa'? Sie ist gesunken", schrieb Arestowytsch auf Twitter und bei Telegram. Bestätigungen für diese Angaben gibt es bislang nicht.

Arestowytsch teilte zudem mit: "Der Untergang der Moskwa ist ein militärisches Ereignis von kolossaler Bedeutung, der größte Verlust der russischen Flotte seit dem Zweiten Weltkrieg und das größte versenkte Kriegsschiff der Welt seit 1945." Allerdings war ein vergleichbar großes Schiff, der argentinische Kreuzer "General Belgrano", während des Falklandkrieges 1982 versenkt worden.

Widerspruch aus Moskau

Die russische Führung dementierte. Die "Moskwa" sei nicht versenkt worden. Das Verteidigungsministerium räumte schwere Schäden ein, erklärte aber auch, das Schiff sei weiter seetüchtig. Auf dem bekannten Kreuzer der russischen Schwarzmeerflotte habe es gebrannt, die Besatzung sei in Sicherheit gebracht worden. Die Explosionen von Munition an Bord seien beendet, die Raketen selbst seien nicht beschädigt, hieß es. Das Kriegsschiff werde jetzt zur Reparatur in einen Hafen gebracht.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Präsident Wladimir Putin sei über die Schäden an der "Moskwa" informiert worden. Das russische Militär hatte bereits in der Nacht mitgeteilt, dass auf dem Kreuzer ein Feuer ausgebrochen sei. Im Zuge dessen sei Munition an Bord explodiert. Die Ursache werde ermittelt.

Vor Kurzem noch im Hafen auf der Krim

An Bord der "Moskwa" befinden sich üblicherweise rund 500 Besatzungsmitglieder. Noch vor einer Woche lag der Kreuzer im Hafen von Sewastopol auf der Krim, wie aus Satellitenfotos hervorgeht. Im März wurde in der ukrainischen Hafenstadt Berdjansk bereits ein russisches Landungsschiff getroffen.

Stunden nach dem Bericht über den Angriff auf die "Moskwa" meldeten die ukrainischen Behörden auf Telegram Explosionen in Odessa, der wichtigsten Hafenstadt des Landes.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. April 2022 um 07:45 Uhr.