Kinder spielen auf dem Gelände einer zerstörten Schule in Syrien (Archivbild) | dpa

Syrien-Konferenz Deutschland gibt mehr als 1,7 Milliarden Euro

Stand: 30.03.2021 15:17 Uhr

Bei der Syrien-Geberkonferenz hat Deutschland mehr als 1,7 Milliarden Euro für die Opfer des Bürgerkriegs in Aussicht gestellt. Eine deutsche Beteiligung beim Wiederaufbau lehnte der Außenminister aber ab.

Deutschland stellt für die Leidtragenden des Syrien-Konflikts mehr als 1,7 Milliarden Euro bereit. Dies sei die größte zugesagte Summe seit vier Jahren, erklärte Außenminister Heiko Maas bei einer von der EU und den Vereinten Nationen organisierten virtuellen Geberkonferenz.

Maas machte deutlich, dass eine deutsche Unterstützung beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur in Syrien bis auf Weiteres ausgeschlossen bleibt. "Ohne einen substanziellen politischen Prozess wird es keinen Wiederaufbau geben." Er rief die Führung in Damaskus zugleich zu ernsthaften Bemühungen zur Befriedung des Landes auf. "Scheinwahlen in einem zerstörten Land sind kein Ersatz für einen echten politischen Prozess."

UNO: Umgerechnet 8,5 Milliarden Euro werden benötigt

Am Abend sollten die gesammelten Zusagen für die Opfer des Bürgerkriegs in Syrien und deren Aufnahmeländer bekanntgegeben werden. Die Vereinten Nationen hoffen auf Zusagen in Höhe von umgerechnet rund 8,5 Milliarden Euro. Etwa 2,7 Milliarden sind demnach für humanitäre Hilfe in Syrien selbst nötig. Weitere 5,8 Milliarden Euro würden gebraucht, um Flüchtlinge zu unterstützen, die in Nachbarländer in der Region geflohen seien.

Zu der Syrien-Geberkonferenz hatten sich Vertreter von mehr als 60 Staaten und Organisationen angemeldet. Die Gelder sind unter anderem für Nahrungsmittel, medizinische Hilfen und Schulbildung für Kinder vorgesehen. Sie sollen über Hilfsorganisationen direkt in das Bürgerkriegsland fließen oder Ländern in der Region zugute kommen, die viele Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen haben.

Der Konflikt in Syrien dauert mittlerweile seit dem Jahr 2011 an. Zwar ist die Gewalt zuletzt zurückgegangen, doch alle Gespräche über eine politische Lösung stehen derzeit still. Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad beherrscht mittlerweile wieder den größten Teil des Landes, darunter die wichtigsten Städte. Daneben gibt es noch Gebiete unter Kontrolle verschiedener Rebellengruppen sowie der Kurdenmiliz YPG.

Über dieses Thema berichtete am 30. März 2021 die tagesschau um 12:00 Uhr und Deutschlandfunk um 16:00 Uhr in den Nachrichten.