Hauptquartier "France Television" | picture alliance / maxppp

Öffentlich-Rechtliche in Frankreich Protest gegen geplante Gebührenstreichung

Stand: 28.06.2022 14:55 Uhr

Im Fernsehen nur Wiederholungen, im Radio nur Musik: In Frankreich hat das Personal der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gestreikt - aus Protest gegen die von der Regierung geplante Gebührenstreichung.

In Frankreich haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter öffentlich-rechtlicher Sender ihre Arbeit niedergelegt. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldet, waren am Vormittag im Fernsehen nur Wiederholungen zu sehen - in den Radiosendern lief lediglich Musik.

Grund für die Streiks ist die von der Regierung geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren. Präsident Emmanuel Macron hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen in Frankreich die jährliche Zahlung von 138 Euro zu erstatten. Die Maßnahme ist Teil eines Gesetzes, das die Kaufkraft in Frankreich stärken soll. Es soll kommende Woche im Kabinett vorgestellt werden.

Stimmverluste von Macrons Bündnis im Parlament

Im Parlament eine Mehrheit für das Gesetz zu schaffen, könnte allerdings schwierig werden: Macrons Bündnis hat bei der Wahl Mitte des Monats die absolute Mehrheit verloren. Die Suche nach Partnern läuft noch. Französische Gewerkschaften befürchten für den Fall einer Abschaffung der Rundfunkgebühren jährliche Mindereinnahmen in Höhe von drei Milliarden Euro. Dem Versprechen der Regierung, dass diese ausgeglichen werden sollen, trauen sie nicht.

Rundfunkgebühren müssen in dem Land all jene zahlen, die einen Fernseher besitzen - auf anderen Geräten dürfen öffentlich-rechtliche Inhalte auch so laufen. Produziert werden sie von France Télévisions sowie Radio France.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juni 2022 um 13:30 Uhr.