Igor Matovic (rechts im Bild) und Marek Krajci am Flughafen von Kosice. | AP

Geringe Nachfrage Slowakei will Sputnik-V-Dosen abgeben

Stand: 23.06.2021 15:30 Uhr

In der Slowakei gibt es kaum Interesse an Corona-Impfungen mit dem russischen Mittel Sputnik-V. Nicht einmal Ex-Regierungschef Matovic hatte sich damit impfen lassen. Nun will das Land Tausende Dosen abgeben.

Wegen geringer Nachfrage aus der Bevölkerung will die Slowakei 160.000 Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V verkaufen oder verschenken. Der Impfstoff werde voraussichtlich an Länder des Westbalkans abgegeben, hieß es in einem entsprechenden Regierungsbeschluss.

Der EU-Staat Slowakei setzt den Vektor-Impfstoff trotz fehlender Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA ein. Der frühere Regierungschef und jetzige Finanzminister Igor Matovic hatte 200.000 Dosen des Präparats aus Russland gekauft, deren Haltbarkeit im Sommer ausläuft.

Kaum Interesse an Sputnik-Impfungen

Doch das Interesse der Menschen in der Slowakei an dem russischen Impfstoff war von Anfang an gering. Den Angaben zufolge haben bislang 14.214 Bürgerinnen und Bürger eine Sputnik-Impfung beantragt, 8004 von ihnen haben sie bereits bekommen. Insgesamt haben gut zwei Millionen der 5,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner mindestens eine Corona-Impfung erhalten, vollständig geimpft sind 25 Prozent.

Für den Flop mit Sputnik V machte Ex-Regierungschef Matovic in sozialen Medien eine "dreimonatige niederträchtige Kampagne" verantwortlich. Er selbst hatte sich aber auch nicht mit dem Wirkstoff impfen lassen wollen. Als Minister müsse er viel reisen und das Vakzin sei nicht in allen Ländern anerkannt, lautete seine Begründung.

WHO hat Bedenken wegen Sputnik-Produktionsstätte

Die Weltgesundheitsorganisation WHO äußerte unterdessen Bedenken über eine Produktionsstätte des russischen Corona-Impfstoffs. Dabei geht es um eine von vier Produktionsstätten, die die WHO überprüfte. In dem Werk der Firma Pharmstandard-UfaVITA in der russischen Republik Baschkortostan seien Probleme bei der Abfüllung des Impfstoffs festgestellt worden, teilte die WHO mit.

Pharmstandard-UfaVITA erklärte, die Probleme beträfen nicht die Sicherheit oder Wirksamkeit des Vakzins selbst und die Bedenken bezüglich der Abfülllinien seien vollständig ausgeräumt worden: "Wir laden die WHO für eine weitere Kontrolle ein." Die EMA überprüft gegenwärtig noch den Antrag auf eine mögliche Marktzulassung von Sputnik V in der Europäischen Union.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 07. Juni 2021 um 10:50 Uhr.