Die "Sea-Eye4" legt in Trapani auf Sizilien an | EPA

Mit 800 Migranten an Bord "Sea-Eye 4" erreicht sicheren Hafen

Stand: 07.11.2021 18:00 Uhr

Die 800 Migranten an Bord der "Sea-Eye4" sind in Sicherheit. Am Abend legte das völlig überbelegte Schiff - nach Tagen auf hoher See - im Hafen Trapani auf Sizilien an. Die "Ocean Viking" dagegen wartet weiter auf Zuweisung eines sicheren Hafens.

Nach mehreren Tagen auf See hat das Rettungsschiff "Sea-Eye 4" im sizilianischen Hafen Trapani festgemacht. Die meisten der mehr als 800 geretteten Migranten an Bord sollen nun zur vorbeugenden Corona-Quarantäne auf andere Schiffe verlegt werden, während etwa 160 Minderjährige, darunter Babys und Kleinkinder, in Notunterkünfte an Land gebracht werden sollten.

Die zahlreichen Menschen an Bord der "Sea-Eye 4" hatte mehrere Tage und Nächte auf hoher See ausharren müssen, weil kein Land dem Schiff die Einfahrt in einen Hafen erlauben wollte. Schließlich hatten die italienischen Behörden den Rettern Trapani im Westen Siziliens als sicheren Hafen zugewiesen.

Schiff extrem überbelegt

Etwa die Hälfte der Migranten wurde am 4. November aus einem sinkenden Holzboot gerettet, während die anderen Passagiere in separaten Aktionen aus dem Meer in Sicherheit gebracht wurden. Nach den Rettungsaktionen war die "Sea-Eye 4" massiv überfüllt, ausgelegt ist das Schiff eigentlich für maximal 200 Passagiere.

Vertreter von Sea-Eye kritisierten, dass das EU-Mitgliedsland Malta nicht auf ein Notsignal des Holzbootes im maltesischen Such- und Rettungsgebiet reagiert habe. Weil aus Malta kein Signal kam, steuerte die Crew zunächst die italienische Insel Lampedusa an. Dort durfte das Schiff des Regensburger Vereins "Sea Eye" aber nicht anlegen.

"Ocean Vikinig" wartet weiter auf Hafen

Das von der Organisation SOS Méditerranée betriebene Schiff "Ocean Viking" mit 313 Geretteten wartet weiterhin auf die Zuweisung eines Hafens. Die maltesischen Behörden erteilten der Crew am Freitag eine Absage, wie SOS-Méditerranée-Sprecherin Barbara Hohl mitteilte. "Wir befinden uns also leider in der üblichen Lage: Nach Rettungen müssen wir viel zu lang warten, bis wir endlich einen Hafen zugewiesen bekommen."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. November 2021 um 18:00 Uhr.