Das Seenotrettungsschiff "Sea-Eye 4" | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Mehr als 470 Geflüchtete an Bord "Sea-Eye 4" darf in Sizilien anlegen

Stand: 22.06.2022 16:40 Uhr

Italienische Behörden haben der Crew der "Sea-Eye 4" erlaubt, im Hafen von Messina anzulegen. Damit dürfen mehr als 470 gerettete Menschen an Land. Sie waren teils über eine Woche auf dem Mittelmeer.

Die deutsche Hilfsorganisation "Sea-Eye" darf mehr als 470 im Mittelmeer gerettete Bootsmigranten nach Sizilien bringen. Dafür haben die italienischen Behörden dem Schiff "Sea-Eye 4" den Hafen in Messina zugewiesen - das bestätigte eine Organisationssprecherin der Nachrichtenagentur dpa.

Die freiwilligen Helferinnen und Helfer hatten die Menschen in mehreren Einsätzen gerettet. Zwischenzeitlich evakuierte die italienische Küstenwache einige von ihnen wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes. Manche waren schon mehr als eine Woche auf See.

Über 300 weitere Menschen warten auf der "Sea-Watch 4"

Parallel wartet die Crew eines anderen deutschen Schiffes noch auf einen sicheren Hafen. An Bord der "Sea-Watch 4" befinden sich etwa 310 Menschen, wie "Sea-Watch" auf Twitter schrieb. In der Nacht zu Mittwoch evakuierten die Behörden demnach einen Menschen wegen lebensbedrohlicher Gesundheitsprobleme.

Die Migrantinnen und Migranten machen sich meist von Nordafrika per Boot auf in Richtung EU. Immer wieder geraten überfüllte und untaugliche Boote in Seenot. Im Hauptankunftsland Italien ist das Thema um die Bootsmigranten politisch umstritten. Rechte Politiker werfen den privaten Organisationen vor, mit den Schleppern zu kooperieren. Die Organisationen wiederum beklagen, lange auf einen sicheren Hafen warten zu müssen, um die Menschen dort an Land bringen zu können.