Magdalena Andersson im Parlament | EPA

Erneute Wahl in Schweden Andersson ist wieder Ministerpräsidentin

Stand: 29.11.2021 15:23 Uhr

Das schwedische Parlament hat Magdalena Andersson erneut zur Ministerpräsidentin gewählt. Sie war vergangene Woche nur wenige Stunden nach ihrer erstmaligen Wahl zurückgetreten, nachdem ihre Regierungskoalition zerbrochen war.

Die Sozialdemokratin Magdalena Andersson ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage zur Ministerpräsidentin von Schweden gewählt worden. Wie bei einem ersten Votum am vergangenen Mittwoch erhielt die 54-Jährige auch bei der neuen Abstimmung die nötige Unterstützung des Parlaments in Stockholm.

101 Abgeordnete stimmten für die Sozialdemokratin, 75 enthielten sich und 173 stimmten gegen sie. Um Ministerpräsidentin zu werden, durfte sie nicht von der absoluten Mehrheit im Parlament abgelehnt werden.

Rücktritt nach Streit über Haushalt

Am vergangenen Mittwoch war Andersson nur Stunden nach der Abstimmung im Zuge eines Haushaltsstreits zurückgetreten. Sie hatte zuvor die Unterstützung der Linkspartei für ihre geplante Koalitionsregierung gewonnen - und dafür eine Rentenerhöhung versprochen. Wegen der Zugeständnisse an die Linke zog die kleine Zentrumspartei allerdings ihre Unterstützung für Anderssons Haushalt zurück. Dieser scheiterte dann im Parlament.

Stattdessen stimmten die Abgeordneten für den Haushalt der Opposition - bestehend aus den konservativen Moderaten, den Christdemokraten und der Rechtsaußenpartei der Schwedendemokraten. Andersson deutete an, auch mit dem Haushalt der Opposition regieren zu wollen - daraufhin traten die Grünen aus der Regierung aus.

Andersson ist die erste Ministerpräsidentin des skandinavischen Landes. Die 54-jährige bisherige Finanzministerin hatte Anfang November bereits die Spitze der Sozialdemokraten übernommen, nachdem der ehemalige Partei- und Regierungschef Stefan Löfven zurückgetreten war. Mit dem Schritt wollte er seiner im Umfragetief liegenden Partei bessere Chancen bieten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. November 2021 um 15:05 Uhr in den Nachrichten.