Wladimir Putin, Sergej Schoigu und Nikolai Jewmenow. | REUTERS

Aufrüstung und neue Waffen Putin erlässt neue Marine-Doktrin

Stand: 31.07.2022 14:10 Uhr

Russlands Präsident Putin hat eine neue Doktrin für die Marine in Kraft gesetzt. Diese sieht etwa Hyperschallwaffen für Schiffe und eine Aufrüstung der Krim vor. Dort soll es derweil einen Angriff auf die russische Flotte gegeben haben.

Bei einer Parade mit Kriegsschiffen in St. Petersburg hat Russlands Präsident Wladimir Putin eine neue Marine-Doktrin in Kraft gesetzt. Darin wird festgeschrieben, dass die USA und die NATO die "größten Bedrohungen für die nationale Sicherheit Russlands" seien. Konkret werden Washingtons "strategisches Ziel, die Weltmeere zu dominieren," und die "Annäherung der militärischen Infrastruktur der NATO an die russischen Grenzen" als Gefahren benannt.

Außerdem will Moskau demnach seine Position in der Arktis stärken. Dort wolle man für "strategische Stabilität" sorgen, indem die Nord- und Pazifikflotte ausgebaut werden. Ziel sei es, in der Arktis eine "sichere und wettbewerbsfähige" Seeroute von Europa nach Asien zu entwickeln und ganzjährig befahrbar zu machen. Die sogenannte Nordost-Passage führt an der arktischen Küste Russlands entlang.

Das von Putin beim "Tag der Seestreitkräfte" unterzeichnete Dokument sieht auch vor, dass die militärische Infrastruktur auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim ausgebaut werden soll. Zudem ist der Bau von modernen Flugzeugträgern geplant.

Neue Hyperschallwaffe für die Marine

Zugleich kündigte Putin an, dass die neue Hyperschall-Seerakete "Zirkon" bald in den Dienst gestellt werde. Die Lieferung der Raketen beginne in den nächsten Monaten, als erste werde die Fregatte "Admiral Gorschkow" damit ausgerüstet. Hyperschallwaffen weisen ein Vielfaches der Schallgeschwindigkeit von rund 343 Metern pro Sekunde auf.

Bei dem Auftritt vor Tausenden Zuschauern ging Putin nicht direkt auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein. Er dankte der Kriegsmarine für ihre Einsätze, die sie seit Jahrhunderten leiste, und lobte ihre hohe Verteidigungsbereitschaft. Russland hat für seine Angriffe auf die Ukraine auch zahlreiche Kriegsschiffe im Schwarzen Meer im Einsatz.

Drohnenangriff auf russische Schwarzmeerflotte?

Auf der Krim wurden die russischen Feierlichkeiten zu Ehren der Marine abgesagt. Als Grund wurde angeführt, dass der Sitz der russischen Schwarzmeerflotte mit einer Drohne angegriffen worden sei. Der Pressedienst der Flotte teilte mit, die offenbar selbstgebaute Drohne habe einen schwachen Sprengsatz getragen. Der Bürgermeister der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschaew, sagte, es seien fünf Menschen verletzt worden. Er machte die Ukraine für den Angriff verantwortlich.

Die Ukraine bestritt jedoch, die russische Flotte in Sewastopol angegriffen zu haben. Die russischen Anschuldigungen seien "eine absichtliche Provokation", sagte ein Sprecher der Regionalverwaltung von Odessa in einem auf Telegram veröffentlichten Video. "Die Befreiung der besetzten ukrainischen Krim wird auf eine andere, viel effektivere Weise erfolgen."

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. Juli 2022 um 13:00 Uhr.