Medizinisches Personal in Schutzanzügen verlegt einen Corona-Patienten auf der Intensivstation des Moskauer Städtischen Klinischen Krankenhauses 52.  | dpa

Versorgung von Corona-Patienten Russlands Kliniken gehen die Betten aus

Stand: 26.10.2021 17:21 Uhr

Die Krankenhäuser in Russland kommen an ihre Belastungsgrenze: Die 292.000 Klinik-Betten für Corona-Patienten sind zu 90 Prozent belegt. Der Staat versucht, die Lage mit Finanzspritzen und arbeitsfreien Tagen in den Griff zu bekommen.

Angesichts der dramatischen Pandemie-Lage in Russland kommen immer mehr Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenze. Rund 90 Prozent der Betten, die für Corona-Patienten geschaffenen wurden, seien belegt, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko nach Angaben der Agentur Interfax.

In einigen Regionen seien die Kapazitäten noch einmal erhöht worden. Landesweit stünden damit 292.000 Klinik-Betten bereit, sechs Prozent mehr als eine Woche zuvor. Jeder zehnte Patient befinde sich in einem ernsten Zustand.

Ministerpräsident Michail Mischustin zufolge sollen zusätzlich umgerechnet 693,9 Millionen Euro in die Bekämpfung der Pandemie gesteckt werden - etwa um weitere Krankenhausbetten in besonders betroffenen Regionen zu schaffen. "Hauptaufgabe ist es, das Leben unserer Bürger so gut wie möglich zu schützen", sagte er.

Regionen sollen in den Lockdown gehen

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hatte Präsident Wladimir Putin vom 30. Oktober bis zum 7. November eine arbeitsfreie Phase angeordnet. In dieser Zeit sollen die meisten staatlichen Organisationen und privaten Unternehmen ihren Betrieb einstellen. Die meisten Geschäfte sowie Kindergärten, Schulen, Fitnessstudios und die meisten Unterhaltungseinrichtungen werden geschlossen.

Restaurants und Cafés werden nur für Bestellungen zum Mitnehmen oder für Lieferungen geöffnet sein. Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und für die Infrastruktur wichtige Unternehmen können geöffnet bleiben. Die lokalen Behörden wurden angewiesen, ungeimpfte Einwohner über 60 Jahre aufzufordern, das Haus nicht zu verlassen. Die bisher nur locker eingehaltene Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in geschlossenen Räumen soll schärfer durchgesetzt werden.

Todesfälle erreichen Höchststand

Putin ermutigte die am stärksten betroffenen Regionen nun, die arbeitsfreie Zeit früher zu beginnen und möglicherweise auch zu verlängern. Sechs der 85 Regionen Russlands legten am Montag die Arbeit nieder, heute kamen weitere hinzu.

Der Kreml sieht als Hauptgrund für die Infektionslage die geringe Impfquote. Erst ein Drittel der Bevölkerung ist laut Statistik vollständig geimpft. Die tägliche Zahl der Corona-Todesfälle hat in Russland inzwischen weiteres Mal einen neuen Höchststand erreicht. Die nationale Coronavirus-Taskforce meldete 1106 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden. Aktuell seien mehr als 1,3 Millionen Menschen erkrankt, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Oktober 2021 um 09:10 Uhr.