Ein Leopard-Panzer vom Typ 2A4 der kanadischen Armee während einer Übung. | REUTERS

Ringtausch für Ukraine Tschechien erhält deutsche Leopard-2-Panzer

Stand: 29.08.2022 16:02 Uhr

Deutschland und Tschechien haben beim Besuch von Bundeskanzler Scholz den geplanten Panzer-Ringtausch zugunsten der Ukraine unter Dach und Fach gebracht. Die ersten deutschen Leopard 2 sollen noch vor dem Jahresende nach Tschechien geliefert werden.

Tschechien erhält 14 deutsche Leopard-2-Kampfpanzer und einen Bergepanzer Büffel als Ausgleich für an die Ukraine gelieferte T72-Panzer sowjetischer Bauart. Das gab Bundeskanzler Olaf Scholz heute in Prag bekannt. Er habe den Ringtausch jetzt "ganz konkret" mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Petr Fiala verabredet.

Fiala betonte, der Ringtausch sei nun "vollendet". "Die ersten Panzer werden noch vor dem Jahresende nach Tschechien kommen." Dies sei ein "großer Schritt" im Verteidigungsbereich. Auch Scholz betonte, das Abkommen werde die "Zusammenarbeit zwischen den tschechischen und deutschen Verteidigungsarmeen weiter stärken".

Bereits der zweite Ringtausch

Es ist der zweite Panzer-Ringtausch zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte nach einer ähnlichen Vereinbarung, die das Bundesverteidigungsministerium vergangene Woche mit der Slowakei abgeschlossen hat. Die Idee des Ringtauschs entstand kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs. Ziel war es, die Ukraine möglichst schnell mit schweren Waffen sowjetischer Bauart zu versorgen. Diese können von ukrainischen Soldaten ohne Einweisung bedient werden. Im Gegenzug sollten die Länder, die Sowjet-Waffen liefern, zeitversetzt westliche Fabrikate von anderen NATO-Partnern erhalten.

Zähe Verhandlungen mit Polen

Die Verhandlungen der Bundesregierung mit Polen, Slowenien, der Slowakei, Tschechien und Griechenland gestalteten sich aber problematisch. Vor allem Polen, das bereits rund 200 Panzer in die Ukraine geliefert hat, war mit den deutschen Angeboten unzufrieden. Auch mit Griechenland und Slowenien steht eine Einigung noch aus.

Insgesamt hat Tschechien seit dem Beginn der russischen Invasion vor mehr als sechs Monaten Waffen und Munition im Wert von umgerechnet mehr als 150 Millionen Euro an die Ukraine abgegeben. Das gab Verteidigungsministerin Jana Cernochova vor Kurzem bekannt. Nach Medienberichten waren darunter unter anderem auch Kampfhubschrauber, Mehrfachraketenwerfer und Radhaubitzen.