Röhren an der Anlandestation der Gaspipeline Nord Stream 1 in Lubmin | REUTERS

Nord-Stream-Lecks Gasaustritt offenbar gestoppt

Stand: 02.10.2022 15:51 Uhr

Auch aus der beschädigten Pipeline Nord Stream 1 tritt offenbar kein Gas mehr aus, meldet Dänemark. Bei Nord Stream 2 war dies bereits gestern der Fall. Russland hält es für möglich, die Pipelines zu reparieren.

Nach dänischen Angaben ist offenbar auch der Gasaustritt aus der beschädigten Pipeline Nord Stream 1 zum Stillstand gekommen. Damit würde kein Erdgas mehr aus den Lecks der beiden Leitungen entweichen. Ein Ende des Gasaustrittes bei Nord Stream 2 wurde bereits am Samstag bekanntgegeben. Die dänische Energiebehörde beruft sich dabei auf die Nord Stream AG.

Zuvor waren aus den insgesamt vier Lecks an den beiden Pipelines - zwei davon in schwedischen, zwei in dänischen Gewässern - tagelang ununterbrochen große Mengen Gas ausgetreten. Viele Staaten gehen von Sabotage aus.

Schweden: Gasaustritt abgenommen

Vor den dänischen hatten sich bereits die schwedischen Behörden zu Wort gemeldet und mitgeteilt, dass der Gasaustritt aus den Lecks weiter abgenommen habe. Nach einem Flug über die Austrittsstellen am Samstagnachmittag teilte die Küstenwache mit, bei den beiden Lecks in der ausschließlichen Wirtschaftszone Schwedens sei das Gas zu diesem Zeitpunkt noch auf einer Fläche von 100 Metern Durchmesser beziehungsweise bei dem kleineren Leck auf einer Fläche von 15 Metern Durchmesser ausgeströmt.

Prognosen gingen davon aus, dass der Austritt am Sonntag aufhören sollte. Die Schweden teilten jedoch mit, sie seien mit ihren Einsatzteams auch auf einen längeren Zeitraum vorbereitet. Schiffe sind angehalten, das Gebiet in der Ostsee zu meiden.

Russland: Lässt sich reparieren

Beide Pipelines führen von Russland durch die Ostsee nach Deutschland. Sowohl der Westen als auch Russland gehen davon aus, dass die Lecks durch Sabotage verursacht wurden. Russlands Präsident Wladimir Putin machte dafür den Westen verantwortlich. Aus mehreren westlichen Staaten wurde die Vermutung geäußert, dass Russland dahinter stecke.

Russlands Vize-Regierungschef Alexander Nowak erklärte indes im Staatsfernsehen: "Sicherlich gibt es technische Möglichkeiten, die Infrastruktur wieder aufzubauen." Dies erfordere aber Zeit und entsprechende Mittel. Zunächst müsse aber herausgefunden werden, wer dahinterstecke, sagte Nowak in der Sendung "Moskau. Kreml. Putin.".