Papst Franziskus schüttelt die Hände von Migranten in einem Aufnahmelager auf der griechischen Insel Lesbos. | AP

Papst zu Flüchtlingspolitik Menschenrechte statt Mauern

Stand: 05.12.2021 17:42 Uhr

Mit deutlichen Worten hat Papst Franziskus am zweiten Tag seines Griechenland-Besuchs den Umgang mit Migranten angeprangert. In Athen betonte er, dass es wichtig sei, auf die Außenseiter der Gesellschaft zu schauen.

Von Verena Schälter, ARD-Studio Athen

Die Katholische Gemeinde ist klein in Griechenland: Nicht einmal drei Prozent der elf Millionen Einwohner sind katholisch. Dennoch haben am Nachmittag zweieinhalbtausend Gläubige gemeinsam mit Papst Franziskus in Athen den Abschlussgottesdienst seiner Griechenlandreise gefeiert.

Verena Schälter

Aufmerksamkeit auf Außenseiter

In seiner Predigt machte Franziskus noch einmal deutlich, wie wichtig es ihm ist, die Aufmerksamkeit immer wieder auch auf die Außenseiter und die von der Gesellschaft vergessenen Menschen zu lenken: Normalerweise gehe man, wenn man eine wichtige Ankündigung machen wolle, an schöne Orte. Doch Gott wende seinen Blick dorthin, wo Traurigkeit und Einsamkeit herrschten, so der Papst.

Politischer Stillstand bei Migration

Vor diesem Hintergrund war es wenig überraschend, dass Franziskus auch dieses Mal das Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos besucht hat. Dort dankte er am Vormittag den vielen Freiwilligen und auch der griechischen Bevölkerung für ihren Einsatz und ihre Unterstützung. Aber er bedauere den politischen Stillstand, den es beim Thema Migration in der internationalen Gemeinschaft gebe.

Umgang mit Flüchtlingen

Es sei bitter, dass es in Europa immer noch Leute gebe, die so tun würden, als ginge sie dieses Problem nichts an. Ohne einzelne Staaten konkret beim Namen zu nennen, forderte er dazu auf beim Umgang mit Migranten und Flüchtlingen die Menschenrechte zu wahren, anstatt Mauern zu bauen.

Im Anschluss an die Messe stand ein weiteres Treffen mit dem orthodoxen Erzbischof von Athen und Griechenland, Hieronymos II., auf dem Programm, bevor es Montag Vormittag zurück nach Rom geht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Dezember 2021 um 20:00 Uhr.