Ein Banner weist den Weg zu einem Corona-Impfzentrum in Wien. | dpa

Corona-Pandemie Österreich droht Ungeimpften mit Lockdown

Stand: 23.10.2021 12:03 Uhr

Österreichs Regierung erhöht in der Corona-Krise den Druck auf ungeimpfte Menschen: Sollte die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen deutlich steigen, müssten alle Ungeimpften in einen erneuten Lockdown gehen.

Die österreichische Regierung hat neue Verschärfungen der Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte beschlossen. Bei einer dramatischen Verschlechterung der Lage auf den Intensivstationen müssten ungeschützte Menschen mit Ausgangsbeschränkungen rechnen, sagte Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg nach einer Sitzung mit den Ministerpräsidenten.

Sie dürften dann ihre Wohnungen nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Ausgenommen davon sind den Angaben zufolge alle, die nicht geimpft werden können, etwa Kinder unter zwölf Jahren. "Wir sind drauf und dran, in eine Pandemie der ungeschützten Ungeimpften hineinzustolpern", sagte der Regierungschef.

Kein Lockdown für Geimpfte und Genesene

Einen Lockdown für Geimpfte oder Genesene schloss Schallenberg aus. Er hoffe auf eine Signalwirkung dieser Pläne. Es gebe noch zu viele "Zögerer und Zauderer", sagte Schallenberg mit Blick auf die Impf-Skeptiker.

Noch ist die Lage auf den Intensivstationen Österreichs trotz des jüngsten deutlichen Anstiegs bei der Zahl der Neuinfektionen weitgehend stabil. Aktuell sind rund 220 Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Sollte diese Zahl auf 600 steigen, dann wäre die fünfte und letzte Stufe des Stufenplans mit den massiven Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte erreicht. "Wir sind derzeit bei Stufe eins, wir schauen damit sehr weit in die Zukunft", sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein.

Die neuen Regelungen sehen außerdem Restriktionen für Ungeimpfte für den Fall vor, dass mehr als 500 Corona-Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden. Dann tritt in vielen Bereichen eine 2G-Regel in Kraft.

Impfquote liegt bei 62 Prozent

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei knapp 230 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche. Die Quote der vollständig geimpften Menschen liegt bei 62 Prozent. Jüngst hatte die Regierung beschlossen, dass von 1. November an viele Beschäftigte am Arbeitsplatz nachweisen müssen, ob sie geimpft, regelmäßig getestet oder von Covid-19 genesen sind. Im neuen Stufenplan ist nun vorgesehen, dass ab einer Belegung von 400 Intensivbetten nur noch PCR-Tests als Nachweise gelten.

Die im Frühsommer noch große Dynamik bei den Impfungen hatte sich in den letzten Wochen extrem abgeschwächt. An einzelnen Tagen wurden nur noch ein paar Tausend Dosen an Corona-Impfstoffen gespritzt.

Die rechte FPÖ schürt die Impfskepsis erheblich. Bei der jüngsten Landtagswahl in Oberösterreich erreichte die neu angetretene Impfkritikerpartei MFG (Menschen, Freiheit, Grundrechte) auf Anhieb sechs Prozent und zog in den Landtag ein.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Oktober 2021 um 12:52 Uhr.