Das Hauptquartier der NATO in Brüssel.  | dpa

Russland-Ukraine-Konflikt NATO erhöht offenbar Einsatzbereitschaft

Stand: 22.12.2021 08:44 Uhr

Seit Wochen gibt es an der ukrainischen Grenze russische Truppenbewegungen. Nun hat die NATO laut einem Medienbericht erstmals mit konkreten Maßnahmen reagiert und die Einsatzbereitschaft der schnellen Eingreiftruppe erhöht.

Angesichts der russischen Truppenbewegung an der Grenze zur Ukraine hat die NATO offenbar mit einer ersten konkreten militärischen Maßnahme reagiert. Die Einsatzbereitschaft der schnellen Eingreiftruppe sei erhöht worden, berichtet die "Welt" unter Berufung eines ranghohen NATO-Diplomaten.

Demnach müssen die als sogenannte NATO-Speerspitze bekannten Einsatztruppen seit diesem Montag innerhalb von fünf Tagen einsatzbereit sein für die Verlegung in ein Krisengebiet.

Die schnelle Eingreiftruppe - die NATO Response Force (NRF) - ist ein multinationaler, schnell verlegbarer Einsatzverband, der bis zu 40.000 Soldatinnen und Soldaten umfasst. Die Speerspitze ist Teil der NRF. Sie ist die schnellste Eingreiftruppe, die die NATO besitzt. Derzeit wird die multinationale Speerspitze von der Türkei geführt, sie umfasst laut "Welt" rund 6400 Soldaten und Soldatinnen.

Mehr Schutz für die osteuropäischen Mitglieder

Auch andere Einheiten der Eingreiftruppe, wie Spezialkräfte oder Logistiker, wurden demnach in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, sodass auch sie im Krisenfall jetzt deutlich schneller bereit sein müssen für eine Verlegung. 

Neben der Eskalation des wieder hochkochenden Ukraine-Konflikts geht es offenbar auch darum, den Schutz der Alliierten für die östlichen Mitgliedstaaten zu verbessern. Diese fühlen sich zunehmend bedroht durch die jüngsten Entwicklungen an der russisch-ukrainischen Grenze. Ein NATO-Sprecher wollte die neuen Beschlüsse der "Welt" zufolge nicht kommentieren. Die NATO-Alliierten hätten jedoch "deutlich" gemacht, dass jede weitere Aggression Russlands "Kosten und Konsequenzen" haben werde.

Moskau bestreitet die Vorbereitung einer Invasion in der Ukraine und wirft der NATO Provokationen vor. Von den USA und dem Westbündnis forderte Putin zuletzt schriftliche Sicherheitsgarantien mit einem Verzicht auf eine weitergehende NATO-Osterweiterung und auf die Errichtung von Militärstützpunkten in ehemaligen Sowjetrepubliken.

Russlands Präsident Wladimir Putin drohte zudem mit einer "militärisch-technischen" Reaktion auf das "unfreundliche" Verhalten des Westens. Über seine Forderungen sprach Putin laut Kreml-Angaben am Dienstag auch bei seinem ersten Telefonat mit Bundeskanzler Olaf Scholz.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Dezember 2021 um 09:00 Uhr.