Nato-Hauptquartier in Brüssel | dpa

Diplomatische Mission verkleinert NATO entzieht Russen Akkreditierung

Stand: 06.10.2021 19:11 Uhr

Die NATO hat acht Mitglieder der russischen Mission bei der Militärallianz ausgeschlossen. Die Betroffenen arbeiteten für den russischen Geheimdienst, erklärte das Bündnis. Zudem wurde die Zahl der Akkreditierungen halbiert.

Die NATO hat acht russischen Diplomaten ihre Akkreditierung beim Verteidigungsbündnis entzogen. Die Mitglieder der russischen Vertretung bei der NATO seien Geheimdienstbeamte, begründete das Bündnis den Schritt. Zudem sei beschlossen worden, die Maximalgröße der russischen Vertretung weiter zu reduzieren. Statt 20 dürften künftig nur noch zehn Personen akkreditiert sein. Die Entscheidung werde zum Monatsende wirksam.

Die Beziehungen zwischen der NATO und Russland sind zunehmend angespannt, und in den vergangenen Jahren gab es nur wenige offizielle Gespräche zwischen beiden Seiten. "Wir haben unsere Abschreckung und Verteidigung als Reaktion auf Russlands aggressive Handlungen verstärkt, während wir gleichzeitig für einen sinnvollen Dialog offen bleiben", hieß es aus Brüssel.

Weiterhin Angebot zum Dialog

Zugleich betonte die NATO, dass sie dialogbereit bleibe. "Unsere Politik gegenüber Russland bleibt konsequent", sagte ein Sprecher. Der NATO-Russland-Rat bleibe eine wichtige Dialogplattform. Man habe bereits vor mehr als 18 Monaten eine erneute Sitzung des Rats vorgeschlagen. Der Ball liege nun im Feld der Russen.

Zuletzt hatte die NATO 2018 in Reaktion auf den Nervengiftanschlag im britischen Salisbury sieben Mitarbeiter der russischen NATO-Vertretung ausweisen lassen. Zudem wurde damals beschlossen, die Maximalgröße der russischen Delegation bei der NATO von 30 auf 20 Personen zu reduzieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Oktober 2021 um 18:26 Uhr.