Ein Polizeiwagen an einem Krankenhauseingang in Lissabon | AP

Verbindung zu Duisburg-Morden Flüchtiger Mafia-Boss festgenommen

Stand: 30.03.2021 12:12 Uhr

Der Mafia-Boss war unter anderem in ein Blutbad in Duisburg involviert. Kurz vor seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft tauchte er unter. Nun hat ihn die Polizei festgenommen.

Ein Anführer der kalabrischen 'Ndrangheta, der mit den Mafia-Morden in Duisburg in Verbindung steht, ist in Portugal festgenommen worden. Der 44-jährige Francesco Pelle sei in einer Klinik in Lissabon aufgegriffen worden, teilte die italienische Polizei mit. Medienberichten zufolge hatte er sich dort wegen einer Corona-Infektion behandeln lassen. 

Pelle stand auf der Liste der "gefährlichsten Flüchtigen" des italienischen Innenministeriums. Er war wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden, tauchte aber im Jahr 2019 unter, nachdem Italiens oberstes Berufungsgericht die Haftstrafe bestätigt hatte.

Mafia-Morde in Duisburg

Der 44-Jährige war einer der Hauptakteure bei einem Streit im Jahr 2007 zwischen verfeindeten 'Ndrangheta-Familien in Duisburg, in dessen Folge sechs Menschen ermordet wurden. Die Morde waren eine Vergeltungsaktion für die Tötung der Frau eines Mafia-Mitglieds, die Pelle befohlen hatte. Für diese Straftat wurde er in Italien verurteilt.

Die Ermordung der Frau wiederum geschah aus Rache für eine Schussverletzung, die dazu führte, dass Pelle seither auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Die Fehde zwischen den Clans Pelle-Vottari und Nirta-Strangio, die beide aus dem süditalienischen Ort San Luca stammen, hatte angeblich mit einem Streich im Jahr 1991 begonnen, bei dem Eier geworfen wurden. Die Morde von Duisburg gelten als Weckruf für die deutsche Öffentlichkeit, die bis dahin kaum etwas von den Mafia-Aktivitäten vor ihrer Haustür bemerkt hatte. 

Über dieses Thema berichtete WDR aktuell am 30. März 2021 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.