Gedenken an die verstorbene Ärztin Kellermayr. | dpa

Tod der Ärztin Kellermayr Österreichische Behörden ermitteln wieder

Stand: 05.08.2022 12:18 Uhr

Nach dem Tod der von Impfgegnern bedrohten Ärztin Kellermayr ermitteln auch die österreichischen Behörden wieder. Auf der Suche nach Verfassern von Morddrohungen in sozialen Medien arbeite man mit den deutschen Behörden zusammen.

Im Fall der toten Ärztin Lisa-Maria Kellermayr haben auch die österreichischen Behörden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Die "inländische Gerichtsbarkeit" sei nach dem Suizid der 36-jährigen Hausärztin wieder gegeben, sagte der leitende Staatsanwalt Christian Hubmer und bestätigte damit einen Bericht der "Oberösterreichischen Nachrichten".

Auf der Suche nach Verfassern von Drohungen

Man arbeite auf der Suche nach Verfassern von Morddrohungen in den sozialen Medien nun mit den deutschen Anklagebehörden zusammen. Die Generalstaatsanwaltschaft München und die Staatsanwaltschaft Berlin ermitteln auch in dem Fall.

Die im Kampf gegen die Corona-Pandemie engagierte Ärztin war massivsten Morddrohungen aus der Szene der Maßnahmengegner ausgesetzt. Sie wurde am vergangenen Freitag tot in ihrer Praxis gefunden. Das vorläufige Obduktionsergebnis bestätigte einen Suizid.

Polizei wird verteidigt

Der Fall hat eine politische Debatte über den Umgang der österreichischen Polizei mit Drohungen gegen die Medizinerin ausgelöst. Der Regierungschef des Bundeslandes Oberösterreich, Thomas Stelzer (ÖVP), stellte sich hinter die Sicherheitsbehörden. Er sehe es "sehr kritisch, wenn jetzt versucht wird, die Arbeit unserer Sicherheitskräfte pauschal zu verurteilen, insbesondere da sie bei ihrer Arbeit auch immer wieder an rechtliche Grenzen stoßen", sagte er.

Auch Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) wandte sich in einem Schreiben an die Polizisten des Landes gegen den Eindruck, die Polizei habe zu wenig zum Schutz der Ärztin getan. Im Gegenteil sei behördlicherseits sehr viel unternommen worden, heißt es in dem Brief, aus dem die österreichische Nachrichtenagentur APA zitiert. "Ein reflexartiges und generelles Schlechtreden der Polizistinnen und Polizisten und der Polizeiarbeit in unserem Land ist (...) völlig unangebracht und unzulässig."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. August 2022 um 01:00 Uhr.