Lava des aktiven Vulkans fließt ins Meer. | picture alliance/dpa/AP

Folgen des Vulkanausbruchs Kanareninsel La Palma wird größer

Stand: 30.09.2021 16:49 Uhr

Vor der Westküste der Kanareninsel La Palma entsteht eine neue Landzunge. Erkaltete Lava hat im Meer eine etwa 20 Hektar große Halbinsel geformt. Sorgen angesichts aufsteigender giftiger Gase bestätigten sich nicht.

Der Vulkanausbruch auf La Palma lässt die Kanareninsel wachsen. Durch den Lavastrom hat sich im Meer eine bereits etwa 20 Hektar große Landzunge gebildet, die rund Mehrere Hundert Meter breit ist. Die aus erkalteter Lava bestehende Halbinsel solle mit Hilfe von Drohnen genauer vermessen werden, sagte der Sprecher des Vulkanologischen Instituts der Kanaren (Involcan), David Calvo, der Nachrichtenagentur AFP.

Das um die 1000 Grad heiße flüssige Gestein härtet aus, sobald es in das nur 20 Grad warme Wasser des Atlantiks fließt, und schiebt so die Küste langsam ins Meer hinaus, wie auf einem auf Twitter veröffentlichten Video des spanischen Forschungsinstituts CSIC zu sehen war.

Passatwinde treiben Gase auseinander

Der Vulkan in der Cumbre Vieja war vor elf Tagen ausgebrochen. In der Nacht zum Mittwoch erreichte seine Lava schließlich den Atlantik. Auf ihrem etwa sechs Kilometer langen Weg dorthin dehnte sie sich nach Behördenangaben auf mehr als 470 Hektar Land aus und zerstörte mehr als 740 Gebäude sowie einige Straßen. 6000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Weiterhin fließt glühendheiße Lava aus dem Vulkan. Explosionen oder siedendheiße Wellen wurden nicht verursacht. Allerdings steigen laut Involcan weiter Rauchsäulen auf.

Von einer zunächst befürchteten gesundheitlichen Beeinträchtigung der Bewohner nahe gelegener Ortschaften durch giftige Gase, die bei dem Zusammentreffen von Lava und salzigem Meerwasser entstehen können, wurde zunächst nichts bekannt. Passatwinde aus Nordosten trieben die Wasserdampfwolken und giftigen Gase auseinander, sagte Eugenio Fraile vom Spanischen Ozeanographischen Institut.

Dennoch wurde die Ausgangssperre, die über vier nahe gelegene Ortsteile mit etwa 300 Bewohnern verhängt wurde, vorsichtshalber vorerst weiter aufrechterhalten, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Der spanische Wetterdienst AEMET hatte darauf hingewiesen, dass sich die Windrichtung ändern könnte.

Vulkanologen sehen etwas Entspannung

Noch ist unklar, wie die Lage sich weiterhin entwickelt. Einerseits besteht Anlass zur Sorge, dass der Lavastrom sich wegen der Unebenheiten der Insel ausbreiten und weitere Häuser und landwirtschaftliche Flächen beschädigen könnte. Vulkanologen betonten aber auch, dass der Abfluss der Lava ins Meer die Lage auf der Insel etwas entspannt habe, da die Gefahr, dass sich die Lava an Land ausbreitet, gesunken sei, berichtete RTVE.

Die Karte zeigt die Insel La Palma mit dem Lavastrom aus einem Vulkan des Cumbre Vieja, Kanarische Inseln.

Für die Wirtschaft der 85.000-Einwohner-Insel bedeutet der Vulkanausbruch schwere wirtschaftliche Verluste. So zerstörte die Lava zahlreiche Bananen-Plantagen, die zu den Haupteinnahmequellen der Kanareninsel zählen. Zeitweise musste der Flugverkehr wegen der Vulkanasche ausgesetzt werden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. September 2021 um 13:48 Uhr.