Astronaut Matthias Maurer prüft den Sitz seines Raumanzugs in der ISS | dpa

Raumstation ISS Maurers erster Außeneinsatz im All

Stand: 23.03.2022 16:02 Uhr

Premiere für den deutsche Astronauten Maurer: Nach drei Monaten auf der Raumstation ISS absolviert er seinen ersten Außeneinsatz. In den nächsten Stunden soll er mit einem US-Kollegen das Kühlsystem reparieren und Datenkabel installieren.

Mit den Füßen voran hat der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer von der ISS das All betreten. Bei seinem ersten Außeneinsatz soll der Saarländer gemeinsam mit seinem Kollegen Raja Chari von der NASA Reparaturen am Kühlsystem der Station ausführen und eine Außenkamera austauschen.

Der Einsatz ist auf sechs Stunden angesetzt. Die beiden Raumfahrer sollen in 400 Kilometern Höhe auch Strom- und Datenkabel installieren, um die externe europäische Forschungsplattform "Bartolomeo" betriebsbereit zu machen. Die Airbus-Plattform ist die erste europäische kommerzielle Einrichtung, die außerhalb der ISS errichtet wurde. Der gesamte Außenbordeinsatz wird live übertragen.

Zunächst Fehlfunktion an der Helmkamera

Nachdem Maurer und Chari gegen 13.50 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Raumstation über eine Luftschleuse verlassen hatten, kontrollierten sie außerhalb der ISS zunächst gegenseitig ihre Raumanzüge und ihre Ausstattung auf mögliche Fehlfunktionen. Dabei stellte sich heraus, dass Maurers Helmkamera und -licht wackelten. Mit Unterstützung des NASA-Teams auf der Erde wurde eine kurzfristige Lösung für das Problem entwickelt.

Der 52-Jährige Maurer ist der zwölfte Deutsche im All und der vierte auf der ISS. Er war am 11. November mit drei Kollegen der US-Raumfahrtbehörde NASA in einem US-Raumschiff zur ISS geflogen, wo er noch bis Ende April bleiben soll.

Roskosmos hält sich bedeckt

Am Sonntag hatte die Crew der ISS Verstärkungen bekommen. Drei Kosmonauten dockten mit ihrem Raumschiff vom Typ Sojus MS-21 an die Raumstation an. Ende März sollen jene zwei Kosmonauten, die schon früher auf der ISS ankamen, mit ihrem US-Kollegen in einer russischen Sojus-Raumkapsel zur Erde zurückkehren

Da die USA und Europa im Zuge des Angriffskriegs gegen die Ukraine Sanktionen gegen Russland verhängt haben, ist die Zusammenarbeit schwer belastet. Beide Seiten betonen allerdings, die ISS zunächst weiter betreiben zu wollen. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hatte zuletzt allerdings die Zukunft der ISS nach Auslaufen des Vertrags 2024 offen gelassen.

Starts für Galileo-Satelliten fallen aus

Aufgrund der Invasion in der Ukraine sind bereits Folgen auf anderen Gebieten der Raumfahrt spürbar. So musste der Raumfahrt-Konzern OHB aus Bremen den Transport der Navigationssatelliten Galileo ins All für dieses Jahr absagen. Das kündigte Vorstandschef Marco Fuchs auf einer Bilanzpressekonferenz an. "In diesem Jahr fallen die Starts mit den Sojus-Raketen aus", sagte Fuchs.

Insgesamt seien noch zehn Satelliten der ersten Generation am Boden. Diese müssten nun erstmal eingelagert werden. Da die Ariane 6-Rakete noch nicht ganz fertig sei, wolle der Konzern Alternativen prüfen. Im Gespräche seien eventuelle Starts mit der amerikanischen SpaceX oder der indischen Trägerrakete PSLV. "Ich glaube aber nicht, dass es möglich ist, das ganz kurzfristig zu realisieren", sagte Fuchs.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. März 2022 um 18:00 Uhr.