Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem (MLRS) | REUTERS

Krieg gegen die Ukraine Auch Großbritannien liefert Raketensystem

Stand: 06.06.2022 08:14 Uhr

Die Regierung in Kiew hatte immer wieder um schwere Waffen gebeten, Russlands Präsident Putin dem Westen mit Konsequenzen gedroht. Nach den USA will nun auch Großbritannien ein Raketensystem mit großer Reichweite liefern.

Trotz Warnungen von Russlands Präsident Wladimir Putin will auch Großbritannien die Ukraine mit einem weiteren Raketensystem unterstützen. Das Verteidigungsministerium in London teilte mit, die Lieferung des in den USA produzierten Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystems (MLRS) an die Ukraine sei eng mit der Regierung in Washington abgestimmt.

"Deutlicher Schub für ukrainische Armee"

Die geplante Lieferung der Mehrfachraketenwerfer vom Typ M270 bedeute "einen deutlichen Schub für die Fähigkeiten der ukrainischen Armee", hob das britische Verteidigungsministerium hervor. Das Waffensystem kann Ziele in bis zu 80 Kilometern Entfernung mit präzisionsgelenkten Raketen treffen.

Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace betonte in einer Mitteilung, die hochleistungsfähigen Raketenwerfer würden es den ukrainischen Streitkräften ermöglichen, sich besser zu verteidigen: "Gegen den brutalen Einsatz von Langstrecken-Artillerie, die Putins Truppen wahllos eingesetzt haben, um Städte platt zu machen." Ukrainische Soldaten sollten in Großbritannien für den Einsatz der neuen Waffensysteme ausgebildet werden.

USA liefern mobiles Raketensystem

Die USA hatten vergangenes Woche bereits angekündigt, der Ukraine ihr mobiles Artillerie-Raketensystem HIMARS zu liefern, das zeitgleich mehrere präzisionsgelenkte Raketen abschießen kann und die bisherigen ukrainischen Waffensysteme in Reichweite und Präzision übertrifft. Mit bis zu 80 Kilometern ist ihre Reichweite Militärexperten zufolge etwas größer als die ähnlicher russischer Systeme, so dass die Kiewer Streitkräfte feindliche Artillerie treffen könnten, ohne in deren Reichweite zu geraten. 

Die Lieferung von Raketensystemen mit noch größerer Reichweite hatte US-Präsident Joe Biden trotz entsprechender Forderungen aus Kiew allerdings abgelehnt.

Putin warnte vor Waffenlieferungen

Kreml-Chef Putin warnte, westliche Waffenlieferungen führten allgemein lediglich dazu, dass der Konflikt in der Ukraine in die Länge gezogen werde. Am Sonntag richtete Putin eine Warnung an westliche Staaten, der Ukraine keine Langstreckenraketen zu liefern.

Andernfalls "werden wir die entsprechenden Schlussfolgerungen ziehen und unsere Waffen einsetzen, um Objekte zu treffen, die wir bisher nicht getroffen haben", sagte er nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Genauere Angaben zu potenziellen Ziele machte er demnach nicht.

"Stehen an der Seite der Ukraine"

Der britische Verteidigungsminister Wallace sprach sich dennoch für weitere Waffenlieferungen an die Ukraine aus, damit diese den Krieg gegen Russland "gewinnen" könne. "Das Vereinigte Königreich steht in diesem Kampf an der Seite der Ukraine und übernimmt eine Führungsrolle bei der Belieferung ihrer heldenhaften Truppen mit den entscheidenden Waffen, die sie für die Verteidigung ihres Landes gegen eine nicht provozierte Invasion brauchen", erklärte Wallace." Wenn sich Russlands Taktik ändert, muss sich auch unsere Unterstützung für die Ukraine ändern", fügte der britische Verteidigungsminister hinzu.

Die britische Regierung hat der Ukraine bislang 750 Millionen Pfund (874 Millionen Euro) an militärischer Unterstützung zugesagt. Die Hilfen umfassen unter anderem die Lieferung von Luftabwehrsystemen, tausenden Anti-Panzer-Raketen und hunderten gepanzerten Fahrzeugen.

Über dieses Thema berichtete am 05. Juni 2022 die tagesschau um 20:00 Uhr und Deutschlandfunk um 21:00 Uhr in den Nachrichten.