Migranten warten in Melilla, einer spanischen Enklave in Nordafrika, auf ihre Aufnahme im spanischen temporären Migrantenheim, nachdem es ihnen gelungen ist, Spanien zu erreichen | EPA

Spanische Exklave Melilla 238 Migranten überwinden Grenzzaun

Stand: 22.07.2021 13:34 Uhr

In den frühen Morgenstunden haben Hunderte Migranten den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Melilla gestürmt. 238 von ihnen gelang es die Grenze zu überwinden. Dabei wurden drei Grenzbeamte leicht verletzt.

Mehr als 200 Männer aus afrikanischen Ländern haben den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Melilla überwunden. Insgesamt hätten mehr als 300 Männer aus Ländern südlich der Sahara am frühen Morgen versucht, über den gesicherten Zaun zu gelangen, hieß es in einer Erklärung der spanischen Behörden.

Die Migranten hätten Haken bei sich getragen, um den Zaun zu überwinden. 238 von ihnen sei es gelungen auf die andere Seite zu gelangen. Drei spanische Polizisten seien beim Versuch, die Männer aufzuhalten, leicht verletzt worden. Die Migranten wurden in ein Bearbeitungszentrum gebracht, in dem ihr Status geprüft wird. Zudem müssen sie sich dort in Selbstisolation begeben, um eine mögliche Verbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Spannungen zwischen Marokko und Spanien

Menschen aus Sub-Sahara Afrika versuchen auf der Flucht vor Armut oder Gewalt regelmäßig, über die zwölf Kilometer lange Grenze mit Marokko nach Melilla oder in die andere spanische Exklave Ceuta zu gelangen. Ihr Endziel ist Europa. Häufig unternehmen sie den Versuch in großen Gruppen, um die Polizei auf beiden Seiten des Grenzzauns zu überrumpeln.

Karte: Spanien mit Marokko und der Enklave Melilla

Im Mai hatten innerhalb von wenigen Tagen mehr als 10.000 Menschen, mehrheitlich junge Marokkaner, die nördlich von Melilla gelegene Enklave Ceuta erreicht. Die Rekordzahl von Ankünften hatte zu massiven diplomatischen Spannungen zwischen Marokko und Spanien sowie der EU geführt. Ceuta und Melilla haben die einzige Landgrenze der Europäischen Union mit Afrika.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell im Hörfunk am 22. Juli 2021 um 13:39 Uhr.