Das niederländische Frachtschiff "Eemslift Hendrika", das in der norwegischen See treibt. | EPA

Nordmeer vor Norwegen Schwere See verhindert Frachter-Bergung

Stand: 07.04.2021 15:24 Uhr

Die Besatzung ist bereits in Sicherheit und eigentlich sollten Schlepper die "Eemslift Hendrika" aus der Bredouille bringen. Doch die Bergung des im Nordmeer schwankenden Frachters ist wegen schlechten Wetters vertagt worden.

Ein heftig im Nordmeer schwankendes Frachtschiff muss länger als erhofft auf offener See bleiben. Die Bergung der "Eemslift Hendrika" müsse wegen schlechten Wetters im Einsatzgebiet auf Donnerstag vertagt werden, teilte die norwegische Küstenverwaltung mit. Leben und Gesundheit hätten immer oberste Priorität.

Berechnungen zeigten zudem, dass das Risiko gering sei, dass das Schiff auf Grund laufe. Am Donnerstag solle es aufklaren, wodurch es wahrscheinlicher werde, dass die Aktion dann glücke.

Auch Hans Werner Monsees, Leiter des Havariekommandeo Cuxhaven, sprach auf tagesschau24 von einer "sehr schwierigen Einsatzsituation". Die Wetterverhältnisse seien entscheidend bei diesen Einsätzen. Das Schiff sei manövrierunfähig und steuerungslos. Es sei schwere See, viel Schlagseite und das Schiff rolle von einer Seite auf die andere. Das sei insgesamt eine sehr "komplexe Situation". Er sei aber sicher, dass die norwegischen Kollegen die Einsatzsituation in den Griff bekommen werden.

Schlepper sollten den Frachter an Land ziehen

Ursprünglich hatte "Eemslift Hendrika am Mittwoch aus ihrer misslichen Lage geholt werden sollen. Zwei Schlepper waren dafür in der Nacht bei dem Schiff eingetroffen, das im Nordmeer ohne Besatzung und Antrieb im Wasser treibt. Die Schlepper sollten den Frachter laut Plan eigentlich im Laufe des Tages an Land ziehen.

Die Schlepper sind nach Angaben der Küstenverwaltung von der Reederei von der niederländischen Bergungsgesellschaft Smit Salvage gechartert worden. Smit Salvage ist eine Tochterfirma des Bergungsunternehmens Boskalis, das sich zuletzt auch um die Bergung der "Ever Given" im Suezkanal gekümmert hatte.

Besatzung am Montag gerettet

Die 112 Meter lange "Eemslift Hendrika" der niederländischen Reederei Amasus Shipping war auf dem Weg von Bremerhaven nach Kolvereid an der norwegischen Küste gewesen. Sie hatte am Ostermontag bei schlechtem Wetter und heftigem Wellengang Schlagseite bekommen, nachdem sich Teile der Fracht verschoben hatten und ein Notsignal abgesetzt. Die Besatzung wurde noch am Montag per Hubschrauber von Bord geholt.

Vier Besatzungsmitglieder mussten ins Meer springen und wurden aus dem Wasser gerettet, da die Wellen das Schiff während der Rettungsaktion stark zum Schaukeln brachten.

Am späten Montagabend verlor das Schiff dann seine Antriebskraft. Der Frachter hat rund 350 Tonnen Schweröl und 50 Tonnen Diesel an Bord.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. April 2021 um 15:00 Uhr.