Ein Schild vor dem Gebäude der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) in Amsterdam (Niederlande) | AP

Corona-Pandemie EMA empfiehlt zwei Covid-Medikamente

Stand: 11.11.2021 18:56 Uhr

Die EU-Behörde EMA hat grünes Licht für zwei Antikörper-Therapien für Covid-19-Patienten gegeben. Beide Arzneien sollen in frühen Stadien der Infektion eingesetzt werden. Bis Ende des Jahres könnten weitere Zulassungen folgen.

Hoffnung für Covid-Patienten: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den Weg frei gemacht für die Zulassung von zwei neuen Medikamenten gegen Covid-19. Es gehe um die Antikörper-Therapie Ronapreve des Schweizer Pharmaunternehmens Roche und der US-Firma Regeneron sowie das Mittel Regkirona (Regdanvimab) des Herstellers Celltrion aus Südkorea. Das teilte die EMA in Amsterdam mit.

Synthetische Antikörper werden direkt verabreicht

Beide Arzneimittel sollen in frühen Stadien der Infektion eingesetzt werden und beruhen auf antiviralen monoklonalen Antikörpern. Das sind Y-förmige Proteine, die an die Stacheln auf der Oberfläche des Coronavirus andocken und so das Eindringen des Erregers in menschliche Zellen verhindern. Impfstoffe trainieren das Immunsystem so, dass es ebenfalls solche Antikörper produziert.

Einige Menschen, darunter ältere und immungeschwächte, sprechen jedoch nicht gut auf Impfstoffe an. Diese Gruppen profitieren am meisten von der "passiven Impfung", bei der synthetische Antikörper direkt verabreicht werden. Mit dem Mittel Regkirona sollen Erwachsene behandelt werden, die an Covid-19 erkrankt sind, aber noch keinen Sauerstoff benötigen. Ronapreve soll Menschen ab zwölf Jahre gegeben werden können, die mit dem Coronavirus infiziert sind und ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben.

"Vielversprechende Therapien in Entwicklung"

Die Experten der EMA hatten alle Daten der Hersteller aus Studien über Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen der Mittel geprüft und bewertet. Nach der positiven Empfehlung muss die EU-Kommission die endgültige Entscheidung treffen. Das aber gilt als Formsache. Bisher ist erst ein Medikament zur Behandlung von Covid-19-Patienten in der EU zugelassen.

Die Zulassung sei eine "wichtige Etappe", erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Angesichts der Zunahme der Corona-Infektionen in fast allen Mitgliedsstaaten sei es "beruhigend, dass im Rahmen unserer Behandlungsstrategie für Covid-19 viele vielversprechende Therapien in der Entwicklung sind". Ziel sei es, bis Ende des Jahres bis zu fünf neue Behandlungen in der EU zuzulassen.

Antikörper-Cocktail für Trump

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte bereits vor einem Jahr eine Notfallzulassung für die Antikörperbehandlung von Regeneron/Roche erteilt. Mit dem Antikörper-Cocktail war im Oktober vergangenen Jahres auch der damalige US-Präsident Donald Trump nach seiner Corona-Infektion behandelt worden. In Deutschland wird eine Antikörper-Kombination, die der des Mittels Ronapreve gleicht, bereits in speziellen Fällen für Corona-Patienten eingesetzt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. November 2021 um 23:31 Uhr.