Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten in Rom. | dpa

Vor neuen Corona-Regeln Gewalt bei Protesten in Rom

Stand: 10.10.2021 11:09 Uhr

Bei Protesten gegen Italiens Impfpolitik ist es in Rom zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Hunderte Menschen hatten versucht, zum Amtssitz von Ministerpräsident Draghi vorzustoßen. Es gab zwölf Festnahmen.

Im Rom haben Tausende Menschen gegen eine weitgehende Impfpflicht für Arbeitnehmer in Italien demonstriert. Nach der autorisierten Kundgebung an der Piazza Del Popolo in Rom kam es dabei zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei. Unter den Demonstranten waren auch rechtsextreme Gruppierungen.

Zwölf Menschen wurden festgenommen. Zu ihnen gehören auch die beiden Anführer der rechtsextremen Partei Forza Nuova, Giuliano Castellino und Roberto Fiore, wie italienische Medien berichteten. Die Polizei werte zudem Videoaufnahmen aus, um zu entscheiden, ob gegen weitere Personen vorgegangen werden müsse.

Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten in Rom. | dpa

Nach zunächst friedlichen Protesten griffen Demonstranten die Polizei an. Bild: dpa

Mehrere Verletzte

Mehrere Hundert Demonstranten versuchten offenbar, zum Chigi-Palast zu gelangen, dem Amtssitz von Ministerpräsident Mario Draghi. Die Polizei hielt die Demonstranten aber mit Wasserwerfern und Schlagstöcken auf. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk berichtete von mindestens einem Verletzten.

Am frühen Abend wurde auch die Zentrale der größten Gewerkschaft CGIL gestürmt. Dabei wurden drei Carabinieri verletzt. Auf Amateuraufnahmen ist zu sehen, wie Demonstranten mit Stöcken und Fahnenstangen auf die Ordnungskräfte losgehen.

Weitgehende Einschränkungen ohne Impfung

In Italien müssen ab dem kommenden Freitag alle Arbeitnehmer mit dem "grünen Pass" eine Corona-Impfung, -Genesung oder einen negativen Test vorweisen, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. Andernfalls drohen Sanktionen. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit einer Suspendierung rechnen. Tests sind nur für Menschen kostenlos, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.

Die Corona-Passpflicht betrifft rund 23 Millionen Arbeitnehmer in Italien. De facto sind unter den Erwachsenen nur noch Rentner, Arbeitslose sowie Hausfrauen und Hausmänner nicht betroffen. Bislang musste der Corona-Pass bereits in den Innenräumen von Restaurants, in Kinos oder Sportstadien, in Intercity-Zügen, Bussen und auf Inlandsflügen vorgelegt werden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind bislang knapp 80 Prozent der italienischen Bevölkerung über zwölf Jahren vollständig geimpft.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Oktober 2021 um 09:58 Uhr.