Polizisten konfrontieren Demonstranten während eines Protestes gegen die Corona-Maßnahmen in Brüssel | dpa

Pandemie in Belgien Gewalt bei Corona-Protesten in Brüssel

Stand: 23.01.2022 21:18 Uhr

Etwa 50.000 Menschen haben in Brüssel gegen Corona-Auflagen demonstriert und sich dabei teils gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Die Beamten setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Mindestens 70 Personen wurden festgenommen.

In Belgiens Hauptstadt Brüssel sind Tausende auf die Straße gegangen, um gegen verpflichtende Impfzertifikate und andere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie der Regierung zu protestieren. Laut Polizei beteiligten sich rund 50.000 Menschen an der Aktion. Dabei kam es auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Insgesamt seien mindestens 70 Personen festgenommen worden, unter anderem wegen Sachbeschädigung oder Mitführung gefährlicher oder illegaler Gegenstände, hieß es in einer Polizeimitteilung. Drei Polizisten und zwölf Demonstranten wurden demnach mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, niemand sei in Lebensgefahr.

Eingeschlagene Scheiben in EU-Gebäude

Erste Krawalle brachen aus, als die Demonstranten vom Nordbahnhof ins europäische Viertel marschierten, berichteten verschiedene Medien übereinstimmend. Demnach warfen Demonstranten Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten und beschädigten Gebäude.

Laut dem Sender RTL warfen maskierte Demonstranten die gläserne Eingangstür zum Sitz des EU-Außenbeauftragten ein. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Einige der Teilnehmer ignorierten zum Schluss der Kundgebung Durchsagen der Polizei, die die Demonstration daraufhin ab 15 Uhr auflöste.

Auch Demonstranten aus dem EU-Ausland

Verschiedene europäische Gruppen hätten die Kundgebung organisiert und Menschen anderer EU-Staaten aufgerufen, sich dem Protest anzuschließen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Demnach trugen Demonstranten Flaggen aus verschiedenen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Polen.

Zahlreiche Teilnehmer hielten sich nicht an die Maskenpflicht. Auf Schildern standen den Angaben zufolge Parolen gegen die Corona-Impfung und Aufrufe, Kinder zu "schützen". Die Demonstration wurde laut Belga von verschiedenen europäischen Gruppen organisiert.

"Sinnlose Zerstörung" verurteilt

Premierminister Alexander De Croo verurteilte die Ausschreitungen scharf. "Jeder ist frei, seine Meinung auszudrücken. Aber unsere Gesellschaft wird niemals die blinde Gewalt tolerieren", sagte De Croo laut Belga.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell bedankte sich in einem Tweet bei der Brüsseler Polizei und verurteilte die "sinnlose Zerstörung" bei der Demonstration.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Januar 2022 um 16:00 Uhr.