Daniel Ortega | AFP

Nach Wahl in Nicaragua USA verhängen Einreisesperre gegen Ortega

Stand: 17.11.2021 09:10 Uhr

Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Nicaragua haben die USA eine Einreisesperre gegen die Regierung von Staatschef Ortega verhängt. Grund seien Angriffe gegen Oppositionelle und Journalisten in dem Land.

US-Präsident Joe Biden hat gegen Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega eine Einreiseperre verhängt. Auch Ortegas Ehefrau und Vizepräsidentin Rosario Murillo sowie alle anderen Mitglieder der nicaraguanischen Regierung sind davon betroffen.

Das repressive Vorgehen der nicaraguanischen Regierung zwinge die USA zum Handeln, teilte das Weiße Haus mit. Das "undemokratische, autoritäre Vorgehen" Ortegas habe die jüngsten Präsidentschaftswahlen in dem Land "verstümmelt" und den Bürgern das Recht aberkannt, ihre Führer in freien und fairen Wahlen zu bestimmen, erklärte Biden. Er kritisierte die Angriffe gegen Oppositionelle, Mitglieder der Zivilgesellschaft und Journalisten.

Ortega ließ Gegenkandidaten verhaften

Vor den Präsidentschaftswahlen am 7. November hatte Ortega sieben Oppositionspolitiker verhaften lassen, die gegen ihn antreten wollten. Insgesamt wurden mindestens 39 seiner Gegner verhaftet, mehrere Oppositionelle flüchteten ins Ausland.

Der 76-jährige gewann die Wahl mit über 75 Prozent der Stimmen. Regierungskritische Medien berichteten von einer Wahlbeteiligung von unter 25 Prozent. Die US-Regierung und die EU hatten die Abstimmung scharf kritisiert. Ortega hatte das oberste Staatsamt bereits von 1985 bis 1990 inne und regiert seit 2007 durchgängig. Er kämpfte einst in der sandinistischen Guerilla, die 1979 den Diktator Anastasio Somozas gestürzt hatte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. November 2021 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.