Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" | REUTERS

Im Südchinesischen Meer China verärgert über US-Flugzeugträger

Stand: 25.01.2021 17:58 Uhr

Schon in den ersten Tagen von Bidens Präsidentschaft kommt es zu Spannungen zwischen den USA und China. Ein Flugzeugträger der US-Marine ist in das Südchinesische Meer eingelaufen - für China ein Affront.

China hat die Entsendung eines US-Flugzeugträgers ins Südchinesische Meer verurteilt. Der chinesische Außenamtssprecher Zhao Lijian sagte, der Schritt sei eine "Demonstration der Stärke" und bedrohe den Frieden und die Stabilität der Region.

Auch wies der Sprecher die amerikanische Forderung an Peking zurück, den militärischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Druck auf Taiwan einzustellen. Zhao Lijian unterstrich die chinesische Position, dass die Insel ein untrennbarer Teil der Volksrepublik sei. Peking sei entschieden gegen Bestrebungen für eine Unabhängigkeit oder eine Einmischung externer Kräfte. Die Volksrepublik sei durchaus zum Dialog bereit - aber nur auf der Grundlage seiner Ein-China-Doktrin.

Konflikt um Taiwan

Die Forderung der USA, die "Einschüchterung" Taiwans einzustellen, folgte auf militärische Manöver Pekings. Am Samstag hatte Taiwan gemeldet, dass mehrere chinesische Kampfflugzeuge seinen Luftraum verletzt hätten: Acht chinesische Bomber und vier Kampfjets seien in Taiwans Identifikationszone zur Luftverteidigung eingedrungen und hätten die Luftabwehr getestet.

Der Konflikt mit der Volksrepublik China geht auf den chinesischen Bürgerkrieg zurück. Die darin unterlegene Partei Kuomintang hatte sich 1949 auf die Insel zurückgezogen und dort als Staatspartei Jahrzehnte lang regiert. Der Inselstaat gilt heute als freiheitlich und bemüht sich um diplomatische Anerkennung in der Welt.

Bedeutung für den Welthandel

Ebenfalls am Samstag war der Flugzeugträger "Theodore Roosevelt" ins Südchinesische Meer eingelaufen. Es handele sich um eine Übung im Indo-Pazifik, teilten die US-Streitkräfte mit. Die Flugzeugträgergruppe wolle für die "Freiheit der Navigation" in dem Seegebiet eintreten.

Bereits in den ersten Tagen im Amt hatte Biden Taiwan seine "felsenfeste" Unterstützung zugesagt. Eine Vertreterin des Inselstaates war bei der Vereidigung des US-Präsidenten geladen. Auch das ein Affront in den Augen Chinas.

China beansprucht Meeresgebiet für sich

China beansprucht einen Großteil des Meeresgebietes zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Auch Brunei, Indonesien, Malaysia, die Philippinen und Vietnam reklamieren Teile des Gebietes für sich. Zwei-Drittel des Welthandels laufen durch das Südchinesische Meer.

Peking heizte den Konflikt zuletzt auch dadurch an, dass es in dem Gebiet künstliche Inseln aufschüttete und dort Militäranlagen errichtete. Die USA sehen Pekings Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer als illegal an und auch der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag hat die Ansprüche Chinas bereits 2016 zurückgewiesen.