Triptychon "Mediterranean Sea View 2017" von Banksy | Bildquelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Kunstmarkt 2,4 Millionen für einen Banksy

Stand: 29.07.2020 08:35 Uhr

Ein Triptychon zur Flüchtlingskrise: Das Banksy-Werk "Mediterranean Sea View 2017" brachte 2,4 Millionen Euro ein - doppelt so viel wie erwartet. Das Geld spendet der Künstler für ein palästinensisches Krankenhaus.

Ein Werk des britischen Künstlers Banksy zur Flüchtlingskrise ist für 2,4 Millionen Euro versteigert worden. Das gab das Auktionshaus Sotheby's bekannt. Der erzielte Verkaufspreis des Werks mit dem Titel "Mediterranean Sea View 2017" ("Mediterraner Meeresblick 2017") hat damit alle Schätzungen übertroffen: Diese lagen im Vorfeld bei 883.000 bis 1,3 Millionen Euro.

Flüchtlingskrise als Tryptichon

"Mediterranean Sea View 2017" besteht aus drei Ölgemälden. Sie zeigen eine wilde See und eine Küste voller orangefarbener Rettungswesten und Rettungsringe. Das Werk beziehe sich auf die Menschen, die während der Flüchtlingskrise des vergangenen Jahrzehnts ihr Leben im Meer verloren, erläuterte Sotheby's auf seiner Website.

Das Gemälde "Mediterranean Sea View 2017" von Banksy | Bildquelle: Aaron Chown/PA Wire/dpa
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Der mittlere Teil von "Mediterranean Sea View 2017"

2,4 Millionen für ein palästinensisches Krankenhaus

Banksy hatte vor der Auktion angekündigt, den Erlös an ein palästinensisches Krankenhaus in Bethlehem spenden zu wollen. Aufgebaut werden soll damit ein Zentrum für akute Schlaganfälle. Zudem sollen Hilfsmittel für die Rehabilitation von Kindern finanziert werden.

Bis vor kurzem hing das Tryptichon in der Lobby des Hotels "Walled Off", das von Banksy mitgegründet wurde. Das Hotel befindet sich in Bethlehem im von Israel besetzten Westjordanland und liegt in unmittelbarer Nähe des israelischen Sperrwalls. Bei seiner Einweihung vor drei Jahren warb es mit der "schlechtesten Aussicht der Welt", weil der Blick von den Zimmern direkt auf ein Stück Betonmauer geht, die Bethlehem von Israel trennt.

Geheimnisvoller Künstler

Banksy ist als Streetart- und Graffiti-Künstler weltberühmt geworden, seine Identität ist aber ungeklärt. Bekannt ist lediglich, dass er aus Bristol im Südwesten Englands stammt und Ende der 90er-Jahre nach London kam.

Einen Namen machte er sich mit gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven, die oft überraschend auftauchen. Dabei thematisierte er zum Beispiel auch Obdachlosigkeit, Konsumverhalten und die Corona-Krise.

Banksy-Kenner Ulrich Blanché über Werke des geheimnisumwitterten Künstlers
Christoph Reimann, DLF
29.07.2020 08:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtet BAYERN 2-Nachrichten am 29. Juli 2020 um 12:00 Uhr.

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