US-Präsident Biden empfängt Iraks Ministerpräsident Mustafa al-Kadhimi im Weißen Haus  | REUTERS

Al-Kadhimi in Washington USA beenden Kampfeinsatz im Irak

Stand: 26.07.2021 22:29 Uhr

Die US-Truppen wollen ihre Kampfhandlungen im Irak zum Jahresende einstellen. Das erklärte Präsident Biden bei einem Besuch des irakischen Regierungschefs al-Kadhimi in Washington. Ein Schritt mit Symbolkraft.

Von Katrin Brand, ARD-Studio Washington

Offiziell soll der Kampfeinsatz im Irak zum Jahreswechsel beendet werden, über 18 Jahre, nachdem die ersten US-Truppen dorthin geschickt worden waren. Die Rolle der USA sei es in Zukunft, auszubilden, zu assistieren, zu helfen - und - wenn nötig, mit dem sogenannten "Islamischen Staat" fertigzuwerden, sagte US-Präsident Joe Biden. Er traf sich mit dem irakischen Regierungschef Mustafa al-Kadhimi. Die USA wollen dem Irak unter anderem bei der Ausrichtung der Wahl im Oktober und beim Kampf gegen das Coronavirus helfen.

Katrin Brand ARD-Studio Washington

Wie viele Soldaten abgezogen werden, ist noch unklar

Im Moment sind noch 2500 US-Soldaten im Irak stationiert. Wie viele abgezogen werden, darüber wurde zunächst nichts gesagt. Schon jetzt liegt der Schwerpunkt der USA auf der Ausbildung irakischer Truppen. Das offizielle Ende des Kampfeinsatzes werde, so heißt es, keine größere Veränderung bringen. Allerdings hat es hohe symbolische Bedeutung. Präsident Biden ist gerade dabei, alle US-Truppen aus Afghanistan zurückzuholen und den längsten Kampfeinsatz der USA zu beenden.

Der Irak hat die USA über einen ähnlich langen Zeitraum beschäftigt. Nach dem Irak-Krieg im Frühling 2003 war das Land durch eine Koalition unter Führung der USA besetzt worden. Präsident Barack Obama zog die Truppen im Jahr 2011 ab, musste sie aber wenige Jahre später zurückkehren lassen, um gegen den Terror des "Islamischen Staates" zu kämpfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Juli 2021 um 23:00 Uhr.