Muto Toshiro | REUTERS

Olympische Spiele in Tokio Durchtesten bis zum ersten Startschuss

Stand: 27.04.2021 11:35 Uhr

Mit strengsten Auflagen bereitet Japan weiter die Olympischen Spiele vor. Komitee-Chef Muto sorgte mit der Ankündigung für Aufregung, 500 Krankenschwestern extra für die Spiele abzustellen.

Von Kathrin Erdmann, ARD-Studio Tokio

Japan bereitet sich weiter auf die Olympischen Spiele vor. Noch in dieser Woche will das Organisationskomitee neue Versionen der Playbooks vorstellen, also eine Art Verhaltenskodex für alle irgendwie gearteten Teilnehmergruppen.

Kathrin Erdmann ARD-Studio Tokio

Schon jetzt zeichnet sich jedoch ab: Es soll getestet werden, was das Zeug hält - vor allem die Athletinnen und Athleten, und zwar jeden Tag.

Was in dem ganzen Corona-Trubel in den vergangenen Wochen fast untergegangen ist: Es wird auch sehr, sehr warm sein in Tokio. Jedes Jahr führen hohe Temperaturen gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit zu Hitzschlägen. Und dieses Jahr, so sagen es Meteorologen voraus, könnte es noch ein bisschen unangenehmer werden.

 

Mehr medizinisches Personal

Toshiro Muto, Geschäftsführer des japanischen Organisationskomitees, kündigte an: "Wir erwägen, 500 zusätzliche Krankenschwestern anzufragen. Natürlich darf dies auf keinen Fall die lokale medizinische Versorgung beeinträchtigen."

Doch kaum war der Satz am Abend gesprochen, empörten sich viele Menschen in den sozialen Netzwerken. Mutos Ankündigung kam ausgerechnet in einer Zeit, in der wieder mehrere Regionen, darunter auch Tokio, wegen steigender Corona-Infektionen in einem Ausnahmezustand sind, die Covid-Todeszahlen die 10.000-er-Marke übersprungen haben und es immer wieder Meldungen darüber gibt, dass Menschen kein Krankenhausbett finden.

Runder Tisch soll neue Regeln entwickeln

Wie genau alle anderen Anti-Covid-Maßnahmen aussehen sollen, ist ab jetzt Sache eines Runden Tisches. "Der Runde Tisch besteht aus sechs Experten, unter anderem Akademikern. Sie werden sich diesen Freitag zum ersten Mal treffen, bis zu den Spielen insgesamt vier Mal", so Muto.

Während die einen mit der organisatorischen Vorbereitung beschäftigt sind, kümmern sich die anderen um das eigentlich Wichtigste: den Sport. Bei den Testwettkämpfen im Aquatic Center waren gestern die Paraschwimmer am Start.

Sportler müssen ihre Temperatur dokumentieren

Im Anschluss bekamen die Journalistinnen und Journalisten einen Vorgeschmack auf das, was kommt: Die Sportlerin Mayumi Narita sitzt in sicherer Entfernung in der Mixed Zone und erzählt, welche Sicherheitsmaßnahmen von ihr verlangt wurden: "Wir kommen nur mit negativem PCR-Test in die Schwimmhalle. Da steht dann Desinfektionsmittel", so Narita.

"Und wir mussten seit zwei Wochen täglich unsere Temperatur messen. Erst dachte ich, das wäre stressig, aber jetzt habe ich mich daran gewöhnt. Heute früh habe ich meine Temperatur gemessen, aufgeschrieben und am Eingang vorgezeigt."

Nur wenn sich alle an diese Vorgaben halten würden, könnten die Wettkämpfe auch durchgeführt werden. Das müsse jedem klar sein, meint die Paraschwimmerin.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 27. April 2021 um 14:05 Uhr.