Arbeiter beseitigen Sturmschäden | AP

Japan Verletzte und ein Toter nach Taifun

Stand: 19.09.2022 09:06 Uhr

Bei dem Taifun "Nanmadol" ist in Japan mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Viele weitere wurden verletzt. Der mittlerweile 14. Taifun der Saison gilt als ungewöhnlich heftig.

Der Taifun "Nanmadol" soll im Südwesten Japans mindestens einen Menschen das Leben gekostet haben. Mindestens 60 Menschen sollen verletzt worden sein.

Dem Fernsehsender TBS zufolge wurde ein Mann bewusstlos aus seinem überschwemmten Auto geborgen und später für tot erklärt. Ein Mensch wurde der Nachrichtenagentur AP zufolge außerdem vermisst, nachdem ein Haus von einem Erdrutsch erfasst worden war.

Der Wirbelsturm traf am Sonntag in der Region Kyushu auf Land, ließ Flüsse über die Ufer treten und überschwemmte Straßen und Häuser.

Karte: Japan

Böen bis zu 160 km/h schnell

Der inzwischen 14. Taifun der Saison gilt als beispiellos gefährlich. "Nanmadol" erreichte nach Angaben der japanischen Wetterbehörde Windgeschwindigkeiten von knapp 110, in den Böen sogar 160 Kilometern pro Stunde.

Zehntausende Menschen verbrachten die Nacht in Turnhallen und anderen Notunterkünften, weil gefährdete Häuser vorsorglich evakuiert worden waren. Hochgeschwindigkeitszüge und Fluggesellschaften stellten den Betrieb ein.

Hunderttausende Haushalte betroffen

Die Behörden warnten vor der Gefahr durch Erdrutsche und steigende Pegel in Flüssen. Mehr als vier Millionen Haushalte auf Kyushu und im Westen Japans waren aufgerufen, sich vor den Sturmböen und heftigen Regenfällen in Sicherheit zu bringen. In Hunderttausenden Haushalten fiel zeitweise der Strom aus.

Der öffentliche Verkehr war beeinträchtigt, Hunderte Flüge mussten gestrichen werden. Im Südwesten des Landes blieben Lebensmittelgeschäfte und Lieferdienste vorübergehend geschlossen. Einige Autobahnen wurden gesperrt, die Mobilfunkverbindungen waren teilweise gestört.

Das japanische Fernsehen zeigte Bilder von umgestürzten Bäumen, beschädigten Hausfassaden und überschwemmten Straßen.

Weiterziehen in Richtung Tokio erwartet

Später schwächte sich der Taifun zu einem Tropensturm ab und drehte in Richtung Norden. Es wird erwartet, dass er am Dienstag auf der Hauptinsel Honshu, auf der auch die Hauptstadt Tokio liegt, für starke Regenfälle sorgen wird.

In den vergangenen Wochen hatten wiederholt starke Niederschläge weite Teile des Inselreiches heimgesucht und teils schwere Überschwemmungen verursacht. Naturgewalten wie Erdbeben und Taifune sind in Japan nicht ungewöhnlich. Infolge der globalen Klimaerwärmung nehmen heftige Regenfälle in dem Inselstaat aber zu. Dadurch kommt es in dem bergigen Land auch immer häufiger zu Erdrutschen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. September 2022 um 07:00 Uhr.