Die Olympischen Ringe in Tokio.  | EPA

Olympische Spiele in Tokio Nordkorea verzichtet auf Teilnahme

Stand: 06.04.2021 10:30 Uhr

Nordkorea will keine Athleten zu den Olympischen Spielen in Tokio schicken. Als Begründung nannte das Sportministerium gesundheitliche Risiken wegen der Corona-Pandemie. Südkorea erklärte sein Bedauern.

Nordkorea hat seine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Tokio abgesagt. Das habe das Nationale Olympische Komitee am 25. März bei einer Videokonferenz mit Sportfunktionären und Beamten aus anderen Bereichen beschlossen, berichtete die offizielle "Abteilung für Sport der Demokratischen Volksrepublik Korea" auf ihrer Webseite.

Die Entscheidung, nicht an den Spielen teilzunehmen, sei getroffen worden, um "unsere Athleten vor der weltweiten öffentlichen Gesundheitskrise zu schützen, die durch Covid-19 verursacht worden ist", so das Sportministerium in Pjöngjang.

Furcht vor Einschleppung des Virus

Nordkorea ist eines der wenigen Länder, das noch keinen einzigen Corona-Fall gemeldet hat. Pjöngjang hatte aus Furcht vor einer Einschleppung des Virus seine Grenzen im vergangenen Jahr schon frühzeitig geschlossen. Beobachter gehen aber davon aus, dass es in dem Land bereits zu Erkrankungen gekommen ist.

Es ist das erste Mal seit 1988, dass Nordkorea Olympische Sommerspiele verpasst. Damals boykottierte das Land inmitten des Kalten Kriegs die Spiele in Seoul.

Organisationskomitee will wie bisher weiter planen

"Wir werden uns weiterhin auf die Spiele vorbereiten, indem wir eng mit den anderen Organisationen zusammenarbeiten, damit die Athleten aus jedem Land und jeder Region ihre besten Leistungen zeigen können", teilte das Olympia-Organisationskomitee in einer Erklärung mit.

Die Olympischen Spiele sollen am 23. Juli starten. Sie waren wegen der Corona-Pandemie vom vergangenen Jahr auf diesen Sommer verschoben worden.

Südkorea bedauert Absage Nordkoreas

Südkorea äußerte sein Bedauern wegen der Olympia-Absage des abgeschotteten Nachbarlandes. "Die Regierung hat gehofft, durch die Olympischen Spiele in Tokio den Frieden auf der koreanischen Halbinsel sowie die Aussöhnung und Kooperation zwischen beiden Koreas voranzubringen", hieß es.

Es sei bedauerlich, dass sie dies wegen der Pandemie nicht könne, hieß es. Die jüngste Absage ist auch ein Rückschlag für das 2018 auf einem Gipfel der beiden koreanischen Staaten verkündete Vorhaben, sich gemeinsam für die Ausrichtung der Spiele 2032 zu bewerben.

Die zwei Nachbarstaaten befinden sich formell immer noch im Kriegszustand, da der Konflikt zwischen 1950 und 1953 nur mit einem Waffenstillstand eingestellt wurde, einen Friedensvertrag gibt es nicht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. April 2021 um 06:28 Uhr.