Zwei medizinische Fachkräfte in Schutzkleidung gehen im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2022 auf ein Büro im Olympischen Dorf zu. | dpa

Olympia 2022 Winterspiele in der Null-Covid-Blase

Stand: 27.01.2022 09:32 Uhr

In China sind die Olympischen Dörfer offiziell eröffnet und seit Sonntag bereits im vorläufigen Betrieb. Wegen Chinas Corona-Strategie wurden sie aber strikt vom Rest des Landes abgeschottet.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

An allen drei Hauptstandorten der Winterspiele gibt es ein Olympisches Dorf: im Pekinger Stadtzentrum, in Yanqing und in Zhangjiakou. In den neu gebauten Anlagen finden sich neben den Gemeinschaftsunterkünften auch Fitnesscenter, Trainingsmöglichkeiten, Shopping-Center und Restaurants. Etliche Journalisten, Betreuer und die ersten Athletinnen und Athleten sind schon in China angekommen, jeden Tag kommen weitere dazu.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Die Spiele werden ab kommender Woche komplett in einer sogenannten Blase stattfinden, strikt abgeschottet vom Rest des Landes. Grund ist Chinas strenge Null-Covid-Politik.

Mehr als 100 Beteiligte sind seit Anfang Januar nach ihrer Ankunft am Flughafen und in der Blase bereits positiv auf Corona getestet und isoliert worden - allerdings bislang nur einzelne Athleten und Team-Mitglieder. Sie dürfen erst wieder aus der Isolation, wenn ihre Corona-Tests negativ sind. Alle, die sich in der Blase befinden, müssen jeden Tag einen PCR-Test machen.

Testvorgaben etwas weniger streng

Nach internationaler Kritik haben die chinesischen Organisatoren zuletzt den Messwert etwas verändert, mit dem ein Corona-Test als positiv gilt. Damit sind die Tests in China jetzt weniger empfindlich als zunächst geplant. Teilnehmer hatten befürchtet, dass sie vor Abflug negativ getestet werden und dann nach Ankunft positiv - weil die chinesischen Test-Vorgaben strenger sind als in ihrem Heimatland.

Die ersten Wettkämpfe beginnen am Mittwoch, morgen in einer Woche findet die große Eröffnungsfeier im Pekinger Nationalstadion statt. Einige Länder haben angekündigt, die Spiele politisch zu boykottieren - also keine offiziellen Vertreter nach China zu schicken, beispielsweise die USA.

Hintergrund ist unter anderem Protest gegen Chinas Menschenrechtsverletzungen. Auch andere Staaten schicken keine Politiker, begründen dies aber mit der Pandemie-Lage, so auch Deutschland.

Fallzahlen in China sehr niedrig

Wegen der Covid-19-Pandemie finden die Olympischen Winterspiele ohne Zuschauer aus dem Ausland statt. Zuschauer aus China können sich nur mit Einladung Wettkämpfe ansehen, Tickets für die Allgemeinheit werden nicht verkauft.

Auch in China ist die Omikron-Variante des Coronavirus bereits angekommen. Die Fallzahlen sind aber sehr niedrig. Seit rund zwei Jahren hält die Volksrepublik an einer strikten Null-Covid-Politik fest. Die Grenzen sind weitgehend geschlossen. Bei kleinsten Ausbrüchen reagieren die Behörden mit Massentests, strikter Kontaktnachverfolgung, harten Ausgangsbeschränkungen und Reiseverboten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Januar 2022 um 22:57 Uhr.