Eine nordkoreanische Rakete | AP

Wiederholte Raketen Nordkorea spricht von "Selbstverteidigung"

Stand: 08.10.2022 06:26 Uhr

In den vergangenen Tagen hat Nordkorea vermehrt Raketen abgeschossen, unter anderem auch eine über Japan. Pjöngjang hat dies nun verteidigt und spricht von "Selbstverteidigung" im Angesicht einer US-amerikanischen Bedrohung.

Nordkorea hat seine jüngsten Raketenstarts als Selbstverteidigungsmaßnahme gegen die USA gerechtfertigt.

Wie ein Sprecher der nationalen Luftfahrtbehörde am Samstag laut staatlicher Nachrichtenagentur KCNA mitteilte, handele es sich bei den Raketentests um eine "Verteidigung der Sicherheit des Landes und des regionalen Friedens vor den direkten militärischen Bedrohungen der USA, die seit mehr als einem halben Jahrhundert andauern." 

Weiter hieß es, die Raketentests würden keine Bedrohung für die direkten Nachbarländer der Region darstellen.

USA entsenden nukleargetriebenen Flugzeugträger

Trotz starker Proteste hat Nordkorea in den vergangenen Wochen mehrfach ballistische Raketen abgefeuert. Am Dienstag hatte das Land zudem erstmals seit fünf Jahren eine Mittelstreckenrakete über die japanische Inselgruppe fliegen lassen.

Die USA entsandten derweil am Mittwoch ihren nukleargetriebenen Flugzeugträgers "USS Ronald Reagan" in die Gewässer östlich der koreanischen Halbinsel.

UN-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf befördern können. 

USA verhängen Sanktionen

Die USA verhängten zudem Sanktionen gegen drei Unternehmen und zwei Einzelpersonen, die dem isolierten Land bei der Beschaffung von Treibstoff geholfen haben sollen. Damit hätten sie die Entwicklung der nordkoreanischen Waffenprogramme und des Militärs direkt unterstützt, teilte das US-Außenministerium mit. Konkret geht es unter anderem um illegale Schiff-zu-Schiff-Transfers, mit denen Einfuhrbeschränkungen nach Nordkorea umgangen worden sein sollen.

Nordkorea habe in diesem Jahr in einem "noch nie dagewesenem Tempo, Umfang und Ausmaß ballistische Raketen abgefeuert", sagte US-Außenminister Antony Blinken laut Mitteilung. Allein in diesem Jahr seien 41 solcher Raketen gestartet, sechs davon seien ballistische Interkontinentalraketen gewesen. Die neuen Sanktionen richten sich gegen Personen und Unternehmen aus Singapur, Taiwan und von den Marshallinseln. Etwaige Vermögenswerte in den USA werden eingefroren. Geschäfte mit ihnen werden für US-Bürger untersagt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Oktober 2022 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.