Fernsehbildschirme zeigen Filmmaterial des mutmaßlichen ballistischen Raketentests in Nordkorea. | AFP

Sorge in Südkorea Nordkorea feuert Raketen ab

Stand: 25.03.2021 08:47 Uhr

Nordkorea hat erstmals seit dem Amtsantritt von US-Präsident Biden zwei ballistische Raketen getestet. UN-Resolutionen verbieten dies dem Land. Je nach Bauart können solche Raketen auch einen Atomsprengkopf befördern.

Nordkorea hat einen Test ballistischer Raketen durchgeführt. Sie seien kurz nach sieben Uhr Ortszeit abgefeuert worden und 420 Kilometer weit geflogen, bevor sie ins Meer gestürzt seien, teilten die vereinten Generalstabschefs des südkoreanischen Militärs mit. Die Raketen hätten eine maximale Höhe von 60 Kilometern erreicht.

Der japanische Ministerpräsident Yoshihide Suga sagte, die Raketenstarts bedrohten "Frieden und Sicherheit in Japan und der Region" und sein Land werde bezüglich der Testaktivitäten eng mit den USA und Südkorea zusammenarbeiten.

Welchen Kurs fährt Washington?

Die Raketentests der selbst erklärten Atommacht Nordkorea gelten als eine Herausforderung für den neuen US-Präsidenten Joe Biden. Nach Einschätzung von Beobachtern versucht Pjöngjang, den Druck auf die USA zu erhöhen, denen es eine feindselige Politik vorwirft. Die US-Regierung bereitet derzeit eine neue Nordkorea-Politik vor. Die entsprechende Überprüfung ist nach Angaben von Regierungsbeamten fast abgeschlossen.

Der Sprecher des Indo-Pazifik-Kommandos der US-Streitkräfte, Mike Kafka, sagte, diesen seien die Raketen bekannt und es beobachte die Lage, während es sich eng mit den Verbündeten berate.

Mitglieder des nationalen Sicherheitsrats Südkoreas äußerten sich "tief besorgt" darüber, dass der Norden Raketen abfeuert, während die neue US-Regierung die Politik gegenüber dem Land überprüft. Die Generalstabschefs teilten mit, das Militär habe seine Überwachung verstärkt für den Fall "weiterer Provokationen" durch den Norden.

Unzulässiges Waffenprogramm

Nordkorea darf laut mehreren Resolutionen des UN-Sicherheitsrats keine ballistischen Raketen entwickeln und steht wegen seiner Waffenprogramme unter internationalen Sanktionen.

Am Mittwoch hatten südkoreanische und US-Beamte gesagt, der Norden habe am Wochenende Kurzstreckenwaffen abgefeuert, bei denen es sich vermutlich um Marschflugkörper gehandelt habe. Sie seien westlich von Nordkorea ins Meer gestürzt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. März 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.