Antony Blinken

Forderung der USA China soll Nordkorea zu Abrüstung bewegen

Stand: 18.03.2021 13:02 Uhr

Derzeit ignoriert Nordkorea jede Kontaktaufnahme seitens der USA. Deshalb fordert US-Außenminister Blinken von China, seinen Einfluss zu nutzen und Pjöngjang zu atomarer Abrüstung zu bewegen.

US-Außenminister Antony Blinken hat China aufgerufen, bei den Bemühungen um eine atomare Abrüstung Nordkoreas seinen Einfluss auf das Nachbarland stärker auszuspielen. China habe "ein klares Eigeninteresse", auf die Denuklearisierung Nordkoreas hinzuarbeiten, sagte Blinken in Seoul. Blinken nannte Nordkoreas Atomwaffenprogramm "eine Quelle der Instabilität, eine Quelle der Gefahr und offensichtlich eine Bedrohung für uns und unsere Partner".

Peking habe aufgrund seiner einzigartigen Beziehung zu Nordkorea einen "enormen Einfluss" auf Pjöngjang, sagte Blinken im Anschluss an ein "Zwei-plus-Zwei"-Treffen der Außen- und Verteidigungsminister der USA und Südkoreas. "Was immer auch in Zukunft passiert, ich würde hoffen, dass China diesen Einfluss effektiv benutzt."

Nordkorea ignoriert USA

Der Grund für den Vorstoß ist, dass die Führung in Pjöngjang den USA weiter die kalte Schulter zeigt: Sie will sich Versuchen der neuen US-Regierung zur Kontaktaufnahme so lange sperren, bis ihre Bedingungen erfüllt sind.

Die neue US-Regierung ist derzeit dabei, ihren Kurs gegenüber Pjöngjang festzulegen. Sie ließ bisher offen, ob sie weitere Sanktionen anwenden wird, um Pjöngjang zur Abrüstung zu bewegen, oder Anreize schafft. Die "Überprüfung der Nordkorea-Politik inklusive der Prüfung von Optionen zur Druckausübung und des Potenzials für künftige Diplomatie" werde in Zusammenarbeit mit den US-Verbündeten in einigen Wochen abgeschlossen sein, sagte Blinken.

Gespräche mit Japan und Südkorea

Nordkorea hatte zuvor bestätigt, dass die US-Regierung mehrmals versucht habe, Kontakt aufzunehmen. Nordkoreas Erste Vizeaußenministerin Choe Son Hui hatte in einer Erklärung jedoch deutlich gemacht, dass Pjöngjang jeden Kontakt auch in Zukunft verweigern werde, bis die USA ihre "feindselige Politik" ablegten. In einer von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung warf sie Washington zudem vor, "billige Tricks" anzuwenden. Die US-Regierung wolle den Kontakt nur als Mittel benutzen, "um Zeit zu gewinnen und die öffentliche Meinung zu formen".

Blinken und US-Verteidigungsminister Lloyd Austin waren am Mittwoch im Rahmen ihrer ersten internationalen Reise als Minister von Japan nach Südkorea gereist. Bei den Gesprächen in Seoul und Tokio ging es neben der Stärkung der bilateralen Allianzen auch um die Koordinierung der Nordkorea-Politik. Auf seinem Rückweg nach Washington wird Blinken hochrangige Vertreter Pekings in Alaska treffen.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte wegen Nordkoreas Atomprogramm Gespräche mit dem Machthaber Kim Jong Un angestoßen und ihn auch persönlich getroffen. In der Sache wurden dabei aber keine Fortschritte erzielt. Viele Beobachter werteten die Aktion daher eher als PR-Spektakel und Aufwertung der kommunistischen Diktatur.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. März 2021 um 14:00 Uhr.