Feuer und Rauch über den Gebäuden von Gaza-Stadt | AFP

Gewalt in Nahost Luftangriffe auf Gaza, Raketen auf Aschkelon

Stand: 17.05.2021 10:25 Uhr

Die Kämpfe zwischen militanten Palästinensern und dem israelischen Militär gehen mit unverminderter Härte weiter. Israel beschoss in der Nacht erneut Ziele in Gaza. Die Hamas feuerte Raketen auf die Städte Beerscheba und Aschkelon.

Israel hat in der Nacht seine Luftangriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Dutzende Bomben seien über dem dicht besiedelten Küstenstreifen abgeworfen worden, berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Die israelische Armee erklärte, Kampfjets griffen "Terrorziele" im Gazastreifen an.

Laut israelischem Militär wurde auch das Tunnelsystem der islamistischen Hamas im Gazastreifen angegriffen. 54 Kampfflugzeuge hätten rund 35 Ziele im Laufe der Nacht beschossen, teilte die Armee mit. Dabei seien etwa 15 Kilometer des sogenannten Metro-Systems attackiert worden. Es handelte sich demnach um die dritte Angriffswelle, die gegen das Tunnelnetz gerichtet war. Nach Angaben der Armee hatte die Hamas das System über Jahre aufgebaut. Es dient unter anderem dem Schutz von Kämpfern und deren schneller Verlegung.

Rund 42.000 Palästinenser im Gazastreifen verließen wegen der Luftangriffe laut dem UN-Palästinenserhilfswerk (UNRWA) ihre Häuser. Sie suchten Schutz in 50 Schulen der Organisation im Gazastreifen, wie ein UNRWA-Sprecher mitteilte. Mehr als 2500 Menschen seien nach der Zerstörung ihrer Häuser obdachlos geworden.

Erneut Raketen auf Israel

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas feuerte ihrerseits weiter Raketen auf Israel ab - nach Angaben der israelischen Armee vor allem auf die Städte Beerscheba und Aschkelon.

Fast eine Woche nach Beginn des Beschusses wurden laut der israelischen Armee rund 3150 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert. Etwa 460 der abgeschossenen Raketen seien noch in dem Küstengebiet selbst niedergegangen, teilte das Militär mit. Das Abwehrsystem "Iron Dome" habe eine Abfangquote von etwa 90 Prozent. Die Angaben galten bis Montagmorgen um 7.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MESZ). Zum Vergleich: Während des 51-tägigen Gaza-Krieges im Jahr 2014 wurden insgesamt 4481 Raketen auf Israel abgefeuert.

Biden: Wollen "dauerhafte Ruhe" erreichen

US-Präsident Joe Biden äußerte sich erneut zu dem Konflikt - diesmal in einer Videobotschaft zum Ende der islamischen Fastenzeit. Seine Regierung arbeite mit Palästinensern und Israelis zusammen, um eine "dauerhafte Ruhe" zu erreichen. "Wir glauben auch, dass Palästinenser und Israelis gleichermaßen ein Leben in Sicherheit und Geborgenheit verdienen." Zudem sollten sie "ein gleiches Maß an Freiheit, Wohlstand und Demokratie genießen".

Zuvor hatten die USA nach Angaben von Diplomaten im UN-Sicherheitsrat eine gemeinsame Erklärung blockiert. Auch dort war aber einhellig ein Ende der Gewalt gefordert worden.

Tote auf beiden Seiten

Die heftigsten Kämpfe zwischen Israel und radikalen Palästinensern seit Jahren gingen aus Auseinandersetzungen an der Al-Aksa-Moschee in Ost-Jerusalem hervor. Verschärft wurden die Spannungen durch Pläne, dort Häuser palästinensischer Familien zu räumen. Das Land wird auch von jüdischen Siedlern beansprucht.

Am Montag vergangener Woche stellte die Hamas eine Frist für den Abzug israelischer Sicherheitskräfte von der Moschee und begann nach dem Ablauf mit Raketenangriffen. Seither sind nach israelischen Angaben mehr als 2800 Geschosse aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben ihrerseits über 1000 Luft- und Artillerie-Angriffe ausgeführt. Nach Angaben der jeweiligen Behörden starben bei den Angriffen der vergangenen Tage zehn Israelis und 197 Palästinenser.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Mai 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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KOMMENTARE

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Marcelino 17.05.2021 • 16:40 Uhr

MargaretaK.

Es gibt keine Vernünftige bzw. geniale Lösung. Die Eskalation der Gewalt hilft offensichtlich nur beiden Parteien. Netanjahu wird sich an die Macht klammern, anstatt ins Gefängnis zu gehen. Die Hamas machen das mit ihren Raketen. Ein einziges Trauerspiel. Beste Grüße