Vollmond über Tokio | AFP

Bemannte Raumfahrt Auch Japaner wollen auf den Mond

Stand: 28.12.2021 14:18 Uhr

Noch in diesem Jahrzehnt will Japan Menschen auf den Mond schicken. Ministerpräsident Kishida nannte dafür wirtschaftliche, aber auch ideelle Gründe. Auch der Mars spielt in den Plänen eine Rolle.

Japan beschleunigt sein bemanntes Raumfahrtprogramm. "In der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre wollen wir die Mondlandung japanischer Astronauten realisieren", erklärte Ministerpräsident Fumio Kishida und konkretisierte damit die bereits seit längerem bestehenden Pläne für die Erforschung des Mondes. Er nannte ökonomische Motive, führte aber auch "Hoffnungen und Träume" der Menschheit ins Feld.

Japan beteiligt sich bereits an der "Artemis"-Mission der USA und will Ausrüstung für eine Mondstation und Transportgefährte für die Mondoberfläche entwickeln.

Wasserstoff vom Mond

Die asiatische Hightech-Nation hatte es sich schon zuvor zum Ziel gemacht, künftig Wasserstoff als Treibstoff zu verwenden, den die Japaner aus den Eisvorkommen des Mondes gewinnen wollen. So soll um 2035 eine Treibstoffproduktion am Südpol des Mondes errichtet werden. Ziel ist nach früheren Angaben der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa, damit ein wiederverwendbares Raumschiff zu versorgen. Auch soll damit in Zukunft ein Transportfahrzeug auf dem Mond angetrieben werden.

Wettrennen mit China?

Die Raumfahrtpläne beinhalten zudem das Ziel, 2024 eine Sonde zum Mars zu schicken.

Damit tritt Japan in stärkere Konkurrenz zum nahen China, das seit mehreren Jahren massive Anstrengungen unternimmt. Auch die Volksrepublik will Menschen zum Erdtrabanten schicken. Erst im Mai war es China gelungen, einen Rover auf den Mars zu schicken. Vor rund zwei Jahren war ein chinesisches Raumschiff auf der abgewandten Seite des Mondes gelandet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 28. Dezember 2021 um 10:25 Uhr.