Patriarch Pizzaballa bei der Mitternachtsmesse in Bethlehem | EPA

Mitternachtsmesse in Bethlehem Patriarch Pizzaballa ruft zu mehr Vertrauen auf

Stand: 25.12.2021 03:30 Uhr

In Bethlehem ist das Weihnachtsfest traditionell eingeläutet worden. In der Mitternachtsmesse forderte das Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land, Patriarch Pizzaballa, eine "Zukunft des Guten" aufzubauen.

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Pizzaballa, hat in der Mitternachtsmesse in Bethlehem zu mehr Vertrauen aufgerufen. Die Vertrauenskrise vor allem zwischen Arabern und Juden in Israel sei eine Ermahnung daran, dass das friedliche Zusammenleben aktiv gefördert werden müsse.

Es gehe darum, "das Vertrauen unter uns wiederherzustellen, das Vertrauen in die Zukunft, unsere und die unserer Kinder, das Vertrauen in die Möglichkeit einer Veränderung zum Besseren, sowohl im zivilen Leben als auch in der Kirche", sagte das Oberhaupt der lateinischen Katholiken im Heiligen Land in seiner Predigt in der Mitternachtsmesse in Bethlehem.

Nicht nur ankündigen, auch machen

Der italienische Franziskaner rief dazu auf, aktiv eine "Zukunft des Guten" aufzubauen. Sich darauf zu beschränken, das Böse anzuprangern, wäre "ein Mangel an Glauben". In einem "Babylon von Ankündigungen, Deklarationen und modernen Prophezeiungen, die uns über die vielen Medien erreichen", gelte es, jene Stimmen zu finden, die zu Jesus und zum Heil führten.

Ausführlich ging Pizzaballa auf die Lage in Israel und Palästina ein und forderte ein Ende der jahrelangen Besatzung und Gewalt. Zu "besorgniserregenden Stimmen der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft" in Israel komme die ohrenbetäubende "Stimme des Schmerzes" der Palästinenser - einem Volk, das Gerechtigkeit erfahren müsse.

Pilger fehlen in Bethlehem wegen Pandemie

Mit Blick auf Weihnachten in Bethlehem zog der Patriarch eine gemischte Bilanz. Das Fest sei in diesem Jahr fröhlicher als im Vorjahr und mit viel größerer Beteiligung. Gleichzeitig fehlten im zweiten Pandemiejahr in Folge erneut die Pilger, die üblicherweise die Stadt füllten und vielen Familien den Lebensunterhalt sicherten.

Pizzaballa äußerte die Hoffnung, "mit einer gemeinsamen Aktion von Politik, Kirche und Reiseveranstaltern, lokal und international, sichere Wege" gefunden werden könnten, um das Pilgerwesen trotz der Pandemie wieder aufzunehmen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Dezember 2021 um 09:00 Uhr.