Russischer Impfstoff Sputnik V  | MARKO DJOKOVIC/EPA-EFE/Shutterst

Russischer Impfstoff Studie bescheinigt Sputnik V hohe Wirksamkeit

Stand: 02.02.2021 14:28 Uhr

Der russische Impfstoff Sputnik V hat laut einer Studie im Fachblatt "The Lancet" eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent. Das ergaben Testergebnisse mit 20.000 Freiwilligen. Der Wert wäre ein ähnlicher, wie ihn die Vakzine von Moderna und BioNTech/Pfizer aufweisen.

Nach Kritik an fehlenden belastbaren Studien haben russische Forscher weitere Details zu dem Corona-Impfstoff Sputnik V veröffentlicht. Demnach hat das Vakzin eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent.

Die Ergebnisse wurden im medizinischen Fachblatt "The Lancet" publiziert. Die Wissenschaftler sprachen von "Zwischenanalysen" der wichtigen Testphase III unter rund 20.000 Freiwilligen. Die Ergebnisse decken sich mit früheren Angaben.

"Milde" Nebenwirkungen wie grippeähnliche Symptome

Eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent bedeutet, dass in der geimpften Gruppe 91,6 Prozent weniger Erkrankungen pro 100 Probanden auftraten als in der Kontrollgruppe. Damit hätte Sputnik V nahezu die gleiche Wirksamkeit wie die Impfstoffe von Moderna und BioNTech/Pfizer und eine höhere als das Mittel von AstraZeneca.

Es habe bei Sputnik V nur in wenigen Fällen schwerwiegende Nebenwirkungen gegeben, die die Forscher aber nicht auf das Vakzin zurückgeführt hätten, hieß es. Die meisten Freiwilligen hätten von "milden" Nebenwirkungen wie grippeähnlichen Symptomen und Schmerzen am Arm berichtet. Während der Studie habe es zudem vier Todesfälle gegeben, die den Wissenschaftlern zufolge aber nicht im Zusammenhang mit der Impfung standen. Ein Freiwilliger habe einen Schlaganfall erlitten.

Menschen stehen in Russland in der Schlange, um geimpft zu werden  | AFP

Im Moskauer Kaufhaus Gum warten die Menschen auf ihre Impfung. In Russland ist Sputnik V bereits seit einem halben Jahr zugelassen. Bild: AFP

Russland strebt Registrierung in der EU an

Den russischen Forschern zufolge wurde Sputnik V auch an mehr als 2000 Menschen über 60 Jahren getestet. In dieser Gruppe sei das Vakzin "ähnlich wirksam und gut verträglich gewesen", hieß es in der Studie. Sie sei aber noch nicht abgeschlossen. Insgesamt soll der Corona-Impfstoff an 40.000 Freiwilligen getestet werden. 

Die Freigabe in Russland erfolgte vor gut einem halben Jahr. Damals gab es international Kritik, weil die Erlaubnis für eine breite Anwendung in der Bevölkerung vorlag, obwohl bis dahin wichtige Tests noch nicht begonnen hatten.

In mehr als 15 Ländern wird der Impfstoff mittlerweile im Kampf gegen Corona eingesetzt. Russland strebt auch eine Registrierung in der EU an.

Zuvor Kritik wegen mangelnder Transparenz

Erste Details zu dem Wirkstoff hatten die Forscher Anfang September in "The Lancet" veröffentlicht. Mehrere internationale Wissenschaftler kritisierten diese Studie. Die Forscherin Polly Roy von der London School of Hygiene & Tropical Medicine sagte, es habe Kritik an Sputnik V wegen dessen schneller Entwicklung und mangelnder Transparenz gegeben. Das nun vorliegende Ergebnis sei allerdings eindeutig. Das wissenschaftliche Prinzip der Impfung sei aufgezeigt worden, sagte sie "The Lancet".

Denis Logunow vom Gamaleja-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau, das den Wirkstoff entwickelt hat, sagte: "Um die Covid-19-Pandemie zu stoppen, muss es verschiedene Impfstoffe geben, die auf unterschiedlichen Wirkmechanismen basieren." Sputnik V trage zur Diversifizierung der Impfstoffe bei.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. Februar 2021 um 14:00 Uhr in den Nachrichten.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Sisyphos3 02.02.2021 • 18:11 Uhr

17:14 von Hackonya2

Weiß jemand, ob man sich nur zweimal impfen muss oder doch jedes Jahr dann oder alle zehn Jahre? -- ich wäre froh hätte ich bereits 2 Impfungen ... dann mache ich mir Gedanken was in 10 Jahren sein wird Inschallah wer auch immer es richtet :-)