Ein Mann lässt sich in einem Coronavirus-Testzentrum in Peking (China) einen Rachenabstrich für einen COVID-19-Test machen. | AP

Steigende Corona-Zahlen in China Kein Ende der Null-Covid-Politik in Sicht

Stand: 22.11.2022 08:51 Uhr

In China steigen die Corona-Zahlen rasant. Aus Peking wurden drei Tote gemeldet. Die Menschen sollen zu Hause bleiben, Geschäfte und Schulen sind geschlossen. Ein Abschied von der Null-Covid-Politik ist nicht in Sicht.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Aus Peking sind in den vergangenen Tagen drei Corona-Tote gemeldet worden - die ersten offiziellen Toten im Zusammenhang mit Covid-19 in China seit einem halben Jahr. Teile der Hauptstadt sind in eine Art Lockdown versetzt worden. Einkaufszentren und Läden sind geschlossen, Schulen machen Online-Unterricht, Restaurants dürfen nur Essen zum Mitnehmen anbieten. Parks und Sehenswürdigkeiten sind geschlossen, Supermärkte verlangen einen PCR-Test, der nicht älter als 24 Stunden ist.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

"Pandemiepolitik in kritischem Moment"

Die Menschen in der Hauptstadt wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Die Bevölkerung wird durchgetestet. Die Zahlen steigen schnell. Zuletzt wurden mehr als 1400 Neuinfektionen in Peking festgestellt, so viele wie noch nie.

Der Sprecher der Stadtregierung Xu Hejian erklärte: "Derzeit kommt es an mehreren Orten in ganz China zu vereinzelten Ausbrüchen. In Peking steigt die Zahl der Covid-19-Fälle weiterhin auf hohem Niveau. (..) Die Pandemiepolitik in der Hauptstadt ist in ihrem kritischsten Moment."

Höchststand vom Frühjahr fast erreicht

In ganz China lag die Zahl zuletzt bei fast 28.000 Neuinfektionen. Damit ist der bisherige Höchststand vom Frühjahr fast erreicht, als die Finanzmetropole Shanghai mit ihren mehr 25 Millionen Einwohnern für zwei Monate im Total-Lockdown war. Den größten Ausbruch gibt es nach wie vor in der südlichen Wirtschaftsmetropole Guangzhou, die sich auch teilweise im Lockdown befindet.

Eine Kehrtwende haben die Behörden in Shijiazhuang in der Nähe von Peking vollzogen. Nachdem die kommunistische Zentralregierung einige Änderungen der strikten Null-Covid-Strategie angekündigt hatte, wurden in der Elf--Millionen-Stadt die Testkapazitäten heruntergefahren. Testergebnisse wurden zwischenzeitlich nicht mehr kontrolliert, wie sonst üblich. Inzwischen befindet sich Shijiazhuang im Lockdown, die Menschen müssen zu Hause bleiben, die Stadt wird durchgetestet.

Nach den angekündigten Änderungen gab es sowohl in der Bevölkerung als auch bei Investoren an den Finanzmärkten die Hoffnung, China könnte sich nun langsam von der strikten Null-Covid-Politik verabschieden. Diese Hoffnungen haben sich anhand der jüngsten Entwicklung ein weiteres Mal zerschlagen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. November 2022 um 23:59 Uhr.