Alexander Lukaschenko | dpa

Angebliche Verschwörung Belarus schließt Grenze zur Ukraine

Stand: 02.07.2021 20:52 Uhr

Der belarusische Machthaber Lukaschenko will Umsturzpläne ausgemacht haben, an denen die Ukraine und mehrere westliche Staaten beteiligt sein sollen, darunter auch Deutschland. Er schloss nun die Grenze zur Ukraine.

Belarus schließt seine Grenze zur Ukraine und gibt dafür Sicherheitsgründe an. "Eine große Menge Waffen kommt aus der Ukraine nach Belarus", sagte der belarusische Präsident Alexander Lukaschenko laut der amtlichen Nachrichtenagentur BelTa. "Deswegen habe ich die Grenzsicherungskräfte angewiesen, die Grenze zur Ukraine vollständig zu schließen."

Angebliche Verbindung zu Deutschland

Die belarusischen Behörden hätten angeblich "terroristische Schläferzellen" enttarnt und zerschlagen, die in Verbindung mit Deutschland, der Ukraine, den USA, Polen und Litauen stünden.

Ziel dieser Zellen sei es, die Regierung "mit Gewalt zu stürzen". Die "Schläferzellen" sollen laut Lukaschenko versucht haben, ein russisches Marine-Kommunikationszentrum in der Nähe der belarusischen Stadt Wileyka anzugreifen.

Er habe den Vorfall mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin besprochen. "Alle an diesem Terrorakt Beteiligten - einschließlich jener, die ihn organisiert und ausgeführt haben - wurden innerhalb von zwei Tagen gefunden und festgenommen."

Er kündigte an, seine Behörden würden Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Vorwürfen konfrontieren.

Kein Kommentar vom Auswärtigen Amt

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärte, sie wolle zu den Vorwürfen, die Lukaschenko "so in den Raum gestellt hat", nicht Stellung nehmen. Über die mögliche Festnahme deutscher Staatsangehöriger könne sie "an dieser Stelle nichts berichten".

Belarus grenzt an Russland, die Ukraine und die EU-Länder Polen, Litauen und Lettland. Während unter Lukaschenko die Beziehungen zu Russland intensiviert wurden, haben sich jene zur EU und zur zunehmend westlich orientierten Ukraine deutlich verschlechtert.

Lukaschenko hat dem Westen bereits mehrfach vorgeworfen, sein Land "destabilisieren" zu wollen, um einen Regierungswechsel herbeizuführen.

Im Land geht er mit harter Hand gegen die Opposition vor. Die EU hat bereits mehrfach Sanktionen gegen Belarus verhängt. 

Botschafter aus Brüssel abgezogen

Als Reaktion darauf setzte Minsk am Montag die Teilnahme am EU-Programm der Östlichen Partnerschaft aus und verbot den Verantwortlichen der EU-Sanktionen die Einreise nach Belarus. Die Regierung beorderte außerdem den belarusischen Botschafter in Brüssel zurück nach Minsk.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Juli 2021 um 22:00 Uhr.