Wasserstelle in Dschalalabad in Afghanistan | AFP

Lage in Afghanistan Mehr als 18 Millionen Menschen hungern

Stand: 17.08.2021 12:31 Uhr

In Afghanistan haben rund 18,4 Millionen Menschen nicht genügend zu essen. Die Welthungerhilfe appelliert, die Zivilbevölkerung nicht im Stich zu lassen. Schon jetzt seien Hilfsprogramme unterfinanziert.

Angesichts der Lage in Afghanistan fordert die Welthungerhilfe dazu auf, Hilfsorganisationen finanziell zu unterstützen. Rund 18,4 Millionen Menschen hätten nicht genügend zu essen. Schon jetzt seien die Hilfsprogramme unterfinanziert, sagte Welthungerhilfe-Generalsekretär Mathias Mogge. "Dringend notwendig ist, dass die Unterstützung für die Bevölkerung auch angesichts der Machtübernahme der Taliban nicht nachlässt", mahnte er.

Das Hilfswerk habe die Absicht, trotz der aktuell schwierigen Situation weiter in Afghanistan zu arbeiten, betonte Mogge weiter. "Es wird nicht die gleiche Art von Hilfe sein, insbesondere was die Unterstützung von Frauen angeht, aber wir hoffen trotzdem, das viele Leid, das es in dem Land gibt, lindern zu können."

"Humanitäre Korridore aufrecht erhalten"

Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) forderte, sich für die Menschen vor Ort einzusetzen. "Über humanitäre Korridore muss die Versorgung der notleidenden Bevölkerung durch Hilfsorganisationen aufrechterhalten werden", sagte ZdK-Vizepräsidentin Karin Kortmann. "Diese Korridore werden unter Umständen bald auch der einzige Weg sein, das Land auf einigermaßen sicherem Wege zu verlassen."

Anrainerstaaten wie Tadschikistan oder der Iran hätten jetzt eine wichtige Rolle und bräuchten Hilfe auch aus Deutschland, fügte Kortmann hinzu. "Die Bundesregierung muss ihre Anstrengungen an diesem Punkt verstärken. Geflüchtete müssen auch dort mit deutscher Hilfe rechnen können."

UN: Humanitäre Hilfe muss möglich sein

UN-Generalsekretär António Guterres hatte bereits am Sonntag bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates in New York gefordert, dass humanitäre Hilfe weiter möglich sein müsse.

Der UN-Chef rief die Weltgemeinschaft dazu auf, afghanische Flüchtlinge aufzunehmen und Abschiebungen nach Afghanistan auszusetzen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Februar 2021 um 06:50 Uhr.