Rauchwolke über dem ausgebrochenen Vulkan La Soufrière auf der Karibik-Insel St. Vincent | REUTERS

Vulkanausbruch auf St. Vincent Tausende Menschen in Sicherheit gebracht

Stand: 10.04.2021 14:14 Uhr

Auf der Karibikinsel St. Vincent ist der Vulkan La Soufrière ausgebrochen. Kilometerhohe Aschewolken stiegen in den Himmel. Die Bewohner wurden teils mit Kreuzfahrtschiffen auf Nachbarinseln gebracht.

Zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten ist auf der Karibikinsel St. Vincent und den Grenadinen der Vulkan La Soufrière ausgebrochen. Bei der heftigen Eruption am Freitagmorgen stiegen bis zu 6000 Meter hohe Aschewolken auf, die bis in den Süden der Insel reichten. Das teilte der örtliche Katastrophenschutz mit.

Tausende Menschen seien aus der Gefahrenzone in Sicherheit gebracht worden, gab die Regierung des Inselstaats bekannt. Die Evakuierung wurde von heftigem Ascheregen erschwert. Die Bewohner aus den Orten rund um den Vulkan wurden teils auf Kreuzfahrtschiffe gebracht, um auf nahe gelegene Inseln überzusetzen, oder kamen in Unterkünften auf St. Vincent abseits der Gefahrenzone unter.

Menschen bringen sich nach dem Vulkanausbruch auf St. Vincent in Sicherheit | REUTERS

Flucht vor dem Vulkan - die Asche färbte den Himmel dunkelgrau. Bild: REUTERS

Weitere Ausbrüche erwartet

In Erwartung des Ausbruchs hatte Regierungschef Ralph Gonsalves die Insel mit ihren mehr als 100.000 Einwohnern am Donnerstagabend in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Mindestens vier Kreuzfahrtschiffe wurden umgelenkt. Allein in der größten Gefahrenzone wohnen normalerweise 16.000 Menschen. Die meisten von ihnen wurden bis zum Freitag in Sicherheit gebracht. Unmittelbar nach dem Vulkanausbruch musste der Internationale Argyle-Flughafen geschlossen werden.

Am Freitagnachmittag wurde ein weiterer kleiner Ausbruch gemeldet. Es könne weitere und sogar noch stärkere Ausbrüche geben, warnte Gonsalves bei einer Pressekonferenz. Die schwierige Situation auf der Insel dürfte noch Monate andauern, sagte er mit tränenerstickter Stimme.

Menschen in Kingstown auf der Karibik-Insel St. Vincent beobachten den Ausbruch des Vulkans La Soufrière | REUTERS

Auf einer Straße in Kingstown stehen Menschen und beobachten den Vulkanausbruch. Bild: REUTERS

Zuletzt 1979 ausgebrochen

Der im Norden der Insel St. Vincent gelegene Vulkan war davor zum letzten Mal 1979 ausgebrochen. Bei seinem bislang heftigsten Ausbruch im Jahr 1902 waren mehr als 1500 Menschen ums Leben gekommen. La Soufrière ist der höchste Berg der Insel. Der Karibik-Staat besteht aus der Hauptinsel St. Vincent und den 31 kleinen Grenadinen-Inseln. Früher gehörte das Gebiet zum britischen Kolonialreich.

Über dieses Thema berichteten am 10. April 2021 Deutschlandfunk um 12:00 Uhr in den Nachrichten und tagesschau24 um 13:00 Uhr.