Der Sprecher des US-Pentagons, Kirby. | AFP

Militärische Ausbildung USA trainieren ukrainische Soldaten in Deutschland

Stand: 30.04.2022 00:31 Uhr

Die USA bilden in Deutschland ukrainische Truppen an Artilleriegeschützen aus. Das teilte Pentagon-Sprecher-Kirby mit. Deutliche Worte fand er für Putins Kriegsführung in der Ukraine.

Seitdem Russland die Ukraine vor zwei Monaten angegriffen hat, sind es vor allem die Vereinigten Staaten, die die Regierung in Kiew unterstützen. So brachte Washington nicht nur Hilfen in Milliardenhöhe auf den Weg, sondern liefert im großen Stil auch Waffen und Munition.

Die US-Regierung geht nun noch einen Schritt weiter. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, John Kirby, teilte mit, dass das US-Militär ukrainischen Truppen an wichtigen Waffensystemen ausbildet. Das Training finde bereits auf Militär-Stützpunkten der US-Armee in Deutschland statt. Dies geschehe in Absprache mit der Bundesregierung, die bei der Koordinierung und Organisation unterstütze.

Training an mehreren Standorten

Aktuell würden zwei Gruppen von rund 50 ukrainischen Streitkräften an US-amerikanischen Artilleriegeschützen geschult. Die sollen dann wiederum - zurück in der Ukraine - die eigenen Truppen ausbilden. Es werde auch darüber nachgedacht, ob Schulungen per Videoschalten durchgeführt werden könnten, erklärte Kirby weiter.

Geleitet wird das Training laut US-Verteidigungsministerium von 160 Mitgliedern der Florida National Guard, die bereits vor Ausbruch des Krieges für Ausbildungszwecke in der Ukraine stationiert waren. Im Februar wurden sie aus Sicherheitsgründen aber auf verschiedene EU-Staaten verteilt. Insgesamt werde das ukrainische Militär an mehreren Standorten außerhalb der Ukraine trainiert, darunter eben auch Deutschland, sagte Kirby. Zu den anderen Standorten könne er aber keine Angaben machen.

Kirby wirft Putin Verrohung vor

Ungewöhnlich emotional kritisierte der Pentagon-Sprecher in seinem Briefing den russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen dessen Kriegsführung in der Ukraine. "Es ist Brutalität der kältesten und verdorbensten Art", sagte Kirby. "Ich glaube nicht, dass wir das Ausmaß, in dem er diese Art von Gewalt und Grausamkeit an den Tag legen würde, richtig eingeschätzt haben."

Es sei schwer mitanzusehen, was der Kreml-Chef in der Ukraine tue. Putins Kriegsbegründung, er wolle die Ukraine entnazifizieren und russische Bürger in dem Land schützen, nannte Kirby "Schwachsinn". Der 59-Jährige entschuldigte sich kurz darauf für seinen Gefühlsausbruch.

Mit Informationen von Florian Mayer, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichteten am 30. April 2022 MDR aktuell um 06:05 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.